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Samen Maier Blog

Die Eisheiligen und deine Jungpflanzen

verfasst von Samen Maier am 1. Mai 2024
in Mai, Samen Maier

Erfahrene (Hobby)gärtner:innen kennen und fürchten sie ein wenig: die Eisheiligen. Ungefähr Mitte Mai sorgt eine kalte Strömung aus dem Norden nach bereits angenehm warmen Tagen nochmal für einen Kälteeinbruch, der sogar zu Nachtfrösten führen kann. Viele kälteempfindliche Pflanzen sollten daher erst nach den Eisheiligen – optimalerweise sogar noch eine Woche später – ins Freie. Doch wer steckt eigentlich hinter den Eisheiligen? Und wie gehst du beim Umzug deiner Pflänzchen ins Freie vor? Alles Wichtige dazu steht in diesem Beitrag!

Das Wetterphänomen der Eisheiligen

Zwischen 12. und 15. Mai, in Norddeutschland bereits ab 11. Mai, finden die Gedenktage der Eisheiligen statt. Auf Mamertus am 11. Mai folgen Pankratius, Servatius und Bonifatius. Die „kalte“ Sophie beendet schließlich die Eisheiligen am 15. Mai. Die männlichen Eisheiligen waren zwischen dem 3. und 5. Jahrhundert Bischöfe, die in verschiedenen Regionen Europas den christlichen Glauben verbreiteten. Sophie galt als frühchristliche, römische Märtyrerin. Fast allen Eisheiligen ist gemeinsam, dass sie ihr Engagement mit dem Leben bezahlten.

Meteorologisch ist die Zeit rund um der Eisheiligen von einem plötzlichen Kälteeinbruch auf bereits sommerlich anmutende Temperaturen geprägt. Boden und Luft in Süd- und Mitteleuropa erwärmen sich in der Maisonne schnell, das Meerwasser kann mit der Erwärmung nicht Schritt halten. Durch die Temperaturdifferenz zwischen Festland und Meer entstehen Tiefdruckgebiete, die die warme Luft nach Norden verschieben. Im „Austausch“ gelangen kalte Strömungen aus dem Polargebieten nach Mittel- und manchmal sogar bis nach Südeuropa. In klaren Nächten strahlt der Boden soviel Wärme ab, dass es zu Frösten kommt. 

Die genaue Festlegung des Termins der Eisheiligen fand vermutlich im Mittelalter statt. Allerdings galt zu dieser Zeit noch der julianische Kalender, der heute gültige gregorianische Kalender wurde erst im 16.  Jahrhundert eingeführt. Mit ihm wurden die Eisheiligen um mehr als eine Woche nach vorne verschoben, denn ursprünglich lag der Festtag der kalten Sophie am heutigen 23. Mai.

Wenn du deine Pflanzen ins Freie übersiedeln willst, lohnt sich also nicht nur ein Blick in den Kalender, sondern auch auf den aktuellen Wetterbericht. Auf Nummer sicher gehst du, wenn du kälteempfindliche Pflanzen erst 7 – 10 Tage nach den Eisheiligen setzt, also gegen Ende Mai.

Diesen Pflanzen macht der späte Frost zu schaffen

Zahlreiche Gemüsearten, die wir heute in unseren Gärten anbauen, kommen ursprünglich aus anderen Weltregionen, wo ganzjährig warme Temperaturen vorherrschen. Nachtfröste bringen die Pflanzen entweder sofort zum Absterben oder schwächen sie so stark, dass sie sich nicht mehr ordentlich entwickeln. Aufgrund der gleichmäßigen Temperaturen in ihrer Heimat haben manche Gemüsearten auch wesentlich länger Zeit für Ihre Entwicklung, einige bei uns einjährig genutzte Arten sind sogar mehrjährig. Dazu zählen zum Beispiel Paprika oder Chili, die mit etwas Geschick im Haus oder der Wohnung mehrere Jahre gedeihen. 

Für den Anbau im Gemüse- oder Hochbeet solltest du die frostempfindlichen Pflanzen bereits vorziehen, damit du dich später über eine gute Ernte freust.

Folgende Gemüse und Kräuter dürfen erst nach den Eisheiligen ins Freie:

GEMÜSEKRÄUTER
Gurkenalle Basilikum-Arten
KürbisBohnenkraut
ZucchiniSchnittsellerie
MelonenOregano
Paprika, Chili und PfefferoniSalbei
TomatenThymian
Sellerie
Stangensellerie
Busch- und Stangenbohnen

Folgende Gemüse und Kräuter kannst du auch direkt ins Beet säen:

Kürbis, Zucchini, busch- und Stangenbohnen, Bohnenkraut

Alle anderen Gemüse und Kräuter kommen als Jungpflanzen ins Freie.

So klappt der Umzug deiner Pflanzen in den Garten

Jeder Änderung ihres Standortes ist für die Pflanzen zuerst mal ein Schock. Um ihnen den Umzug in ihr neues Beet leichter zu machen, kannst du sie jedoch unterstützen.

Abhärten

Bereite deine Pflanzen auf die Bedingungen an ihrem neuen Standort vor. Vom gemütlichen Platz im Innenraum müssen sie sich nun an Temperaturschwankungen, Wind, Regen und geänderte Bodenbedingungen gewöhnen. Härte sie daher Schritt für Schritt ab. Das geht so:

Stelle die Pflanzen mitsamt Töpfen am ersten Tag für 2-3 Stunden ins Freie, idealerweise in lichten Schatten, denn bei zu viel Sonne würden sie verbrennen. Am nächsten Tag dürfen sie schon für 1-2 Stunden in die direkte Sonne. Verlängere täglich ihren Aufenthalt an der frischen Luft und lasse sie schließlich (wenn kein Frost angesagt ist) über Nacht im Freien. 

Nach etwa einer Woche Abhärtung übersiedeln die Pflanzen schließlich in ihr Beet.

Schaffe deinen Pflanzen ein gutes Beet-Bett

Das Sprichwort „wie man sich bettet, so liegt man“, trifft etwas abgewandelt auch auf deine Pflanzen zu. Denn in verdichteter, karger Erde gedeihen sie nicht. Wenn du ihnen hingegen ein lockeres Beet mit frischer, humoser Erde aufbereitest und ihnen zum Start noch ein Löffelchen Bio-Langzeitdünger mit auf den Weg gibst, werden sie wunderbar gedeihen.

Einsetzen – gewusst wie

Stelle deine Jungpflanzen vor dem Einsetzen samt Topf in einen Kübel Wasser und lasse sie für etwa 10 Minuten einweichen. Die Wurzeln saugen sich mit Wasser voll und haben etwas Vorrat für ihre neue Umgebung.  Nimm anschließend die Pflanze aus dem Topf und lockere den Erdballen samt Wurzeln ein wenig auf. Oft sind die Wurzeln bereits dicht verflochten, durch das Lockern bekommen sie besseren Anschluss an die neue Erde. Hebe nun das Pflanzloch aus und lockere auch rundum die Erde. Setze die Jungpflanzen nun so tief ein, wie sie zuvor im Topf standen. Lediglich Tomaten kannst du etwas tiefer pflanzen, sie bilden dann entlang des Haupttriebs noch weitere Wurzeln. Gieße nach dem Einsetzen gründlich, damit sich die Wurzeln gut mit dem neuen Erdreich verbinden.

Mulche deine Jungpflanzen

Mulch ist das Abdecken der Erde rund um die Jungpflanze mit organischem Material z.B. Grasschnitt, Stroh oder Miscanthus Mulch. Versorge deine frisch gesetzten Gemüse- und Kräuterpflanzen mit einer dicken Mulchdecke. Diese sorgt dafür, dass das Wasser im Boden nicht verdunstet und schützt zudem den empfindlichen Wurzelbereich vor Kälte und Frost.

Eine extra Portion Kälteschutz

Auch wenn du den Wetterbericht studierst und dein Gemüse erst nach den Eisheiligen ins Freie pflanzt, vor einem plötzlichen Kälteeinbruch bist du dennoch nicht gefeit. Schütze deine Jungpflanzen daher vor leichten Nachfrösten mit einem Gartenvlies. Glückliche Hochbeet-Besitzer/innen verschaffen ihren Pflanzen mit einem Frühbeet-Aufsatz hervorragenden Kälteschutz und sorgen für rasches Anwachsen und Gedeihen.

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