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Samen Maier Blog

Blattläuse natürlich bekämpfen

verfasst von Samen Maier am 13. Juni 2024
in Gartenjahr, Juni

Über 800 Arten tummeln sich in unseren Gärten und so gut wie keine Pflanze ist vor ihnen sicher: die Rede ist von Blattläusen. Manche Arten sind sehr spezialisiert und befallen nur eine bzw. wenige Pflanzenarten, anderen sind weniger heikel und haben einen umfassenderen Speiseplan. Tauche in unserem Beitrag ins Blattlaus-Universum ein und erfahre, wie du die lästigen Insekten von deinen Pflanzen fern hältst oder wieder los wirst.

Blattläuse zeigen sich in den verschiedensten Farben. Sie sind grün, gelblich, braun, rot-braun, grau, schwarz und manche Arten wirken wie mit Mehl bestäubt. Eine Blattlaus ist zwischen 5 und 7 mm groß. Die meisten Läuse sind unbeflügelt, nur bei großen Populationen oder übermäßige Gefahr durch Feinde entstehen Nachkommen mit Flügeln, damit diese den Standort verlassen bzw. flüchten können. Eine Besonderheit der Blattläuse ist die Jungfernzeugung: über Generationen gebären weibliche Blattläuse wiederum weiblichen Nachwuchs. Bei manchen Blattlausarten findet dazwischen eine geschlechtliche Vermehrung statt, es werden nach der Paarung mit Männchen Eier gelegt, während bei der Jungfernzeugung bereits „fertige“ Blattläuse geboren werden. Diese Form der Fortpflanzung führt zur gefürchteten Massenvermehrung in nur wenigen Tagen. Andere Blattlausarten verzichten vollkommen auf die Paarung mit Männchen, hier werden nur mehr weibliche, nahezu idente Nachkommen geboren. Ein typisches Kennzeichen der Blattläuse sind ihre langen, nach hinten gebogenen, Fühler. Zudem haben sie am Hinterleib zwei kleine röhrenförmige Fortsätze, die sogenannten Siphonen. Mit diesen geben sie Alarm- und Abwehrstoffe ab, die Fressfeinde stören und gleichzeitig die anderen Blattläuse vor Gefahr warnen.

So schaden Blattläuse deinen Pflanzen

Blattläuse zählen zu den stechend-saugenden Insekten. Mit einem speziell ausgebildeten Saugrüssel stechen sie die Pflanzen an und saugen den nahrhaften Pflanzensaft direkt aus den Leitungsbahnen.  Dazu sitzen sie in Kolonien entlang der jungen Pflanzenstängel und auf den Blattadern der Blätter, also überall dort, wo sie direkt an das Leitgewebe der Pflanzen andocken können. Im Pflanzensaft befinden sich neben Wasser Aminosäuren, Zucker und zahlreiche Nährstoffe. Da Blattläuse vorwiegend Aminosäuren benötigen, scheiden sie den Zucker wieder aus. Dieser bleibt auf dem Blatt als sogenannter Honigtau kleben. Der süße Honigtau ist einerseits Nahrung für andere Insekten wie Ameisen, Käfer und sogar Hornissen, verursacht aber auch die Besiedelung mit dem schwarzen Rußtaupilz, der den Pflanzen zusätzlich schadet.

Der Blattlausbefall verursacht an den Pflanzen zahlreiche Schäden:

  • Die Blätter kräuseln und rollen sich komplett ein, später fallen sie ab.
  • Die Triebspitzen der Pflanzen verkümmern, der Austrieb neuer Blätter ist kaum möglich.
  • Die Rußtaupilze schwächen die Pflanzen zusätzlich.
  • Blattläuse übertragen zudem pflanzenschädigende Viren. 

Im schlimmsten Fall kann eine von Blattläusen befallene Pflanze sogar absterben.

Blattläuse befallen deine Pflanzen im Freien, aber auch im Innenraum – sie kommen einfach durch ein geöffnetes Fenster ins Haus oder die Wohnung. Während im Freien durch natürliche Feinde eine gewissen Regulierung der Blattläuse stattfindet, sind deine Zimmerpflanzen ihnen komplett schutzlos ausgeliefert.

So bekämpfst du die Blattläuse mit natürlichen Mitteln:

Marienkäfer – der natürliche Fressfeind von Blattläusen

Marienkäfer sind wichtige natürliche Schädlingsbekämpfer, die sich hauptsächlich von Blattläusen ernähren. Sowohl die Larven als auch die erwachsenen Marienkäfer fressen große Mengen dieser Schädlinge. Eine einzelne Marienkäferlarve kann in ihrem Leben Hunderte von Blattläusen vertilgen, wodurch sie wesentlich zur Kontrolle von Blattlauspopulationen in Gärten und landwirtschaftlichen Flächen beitragen.

Marienkäfer Eier

Marienkäfer Larve

Marienkäfer

Marienkäfer legen ihre Eier auf Pflanzen, oft an der Unterseite von Blättern, nahe Blattlauskolonien oder auf Pflanzen mit weichen Blättern. Dies schützt die Eier und bietet den Larven sofortige Nahrung. Die kleinen, ovalen Eier sind meist gelb oder orange und werden in Gruppen abgelegt.

Marienkäferlarven sind länglich, meist schwarz oder dunkelgrau mit gelben oder orangefarbenen Flecken. Sie sind klein, aber wachsen im Verlauf ihrer Larvenstadien. Nach der 3-4 wöchigen Larvenphase erfolgt die Verpuppung, bis schlussendlich nach ungefähr einer Woche der erwachsene Marienkäfer schlüpft.

Im Freien

In einem biologischen Garten treffen die Blattläuse auf viele natürliche Feinde. Dazu zählen Marienkäfer, Schwebfliegen, Florfliegen, Ohrwürmer oder Schlupfwespen. Sie alle haben die lästigen Sauger auf ihrem Speiseplan. Je bunter und abwechslungsreicher dein Garten ist, desto eher reguliert sich der Befall mit Läusen von selbst. So beugst du Blattläusen vor oder bekämpfst sie direkt:

Einfach aber effektiv: kontrolliere deine Pflanzen regelmäßig und entferne erste Läuse, indem du sie mit einem feuchten Tuch abstreifst. So beugst du der späteren Massenvermehrung rechtzeitig vor.

Nützlinge gezielt fördern: biete Nützlingen so viel Lebensraum als möglich. Stelle ein Insektenhotel in der Nähe deiner gefährdeten Pflanzen auf, bepflanze deinen Garten möglichst vielfältig und bunt, um Nützlinge anzulocken und verzichte auf jede Form von chemischem Pflanzenschutzmittel. Denn damit schadest du den Nützlingen mehr als den Schädlingen, die mittlerweile sehr widerstandsfähig geworden sind.

Pflanzen, die natürliche Feinde anlocken oder Blattläuse natürlich abwehren:

Ringelblumen
ziehen Marienkäfer, Florfliegen und Schwebfliegen an, die natürliche Feinde der Blattläuse sind. Sie sind zudem hübsch anzusehen und pflegeleicht.

Borretsch
zieht nützliche Insekten wie Bienen und Wespen an, die Blattläuse fressen. Zudem hat er einen starken Geruch, der Blattläuse abwehren kann.

Schafgarbe
zieht viele nützliche Insekten an, darunter Marienkäfer und Schwebfliegen, die Blattläuse fressen.

Thymian
verströmt einen kräftigen Duft, der für Blattläuse unangenehm ist. Er ist eine robuste und vielseitige Pflanze.

Zwiebel
verströmt einen Geruch, den Blattläuse meiden. Zwiebeln sind zudem einfach zu kultivieren.

Basilikum
hat einen starken Duft, der Blattläuse abwehren kann. Zudem zieht es nützliche Insekten wie Schwebfliegen an, die Blattläuse fressen.

Bei Bäumen: Kirsche, Marille, Apfel oder Bäume wie Ahorn und Ulme sind beliebte Opfer von Blattläusen. Diese haben noch dazu Helfer, nämlich Ameisen, die sie vor Fressfeinden beschützen. Befestige daher rund um den Baumstamm einen Leimring. Die Ameisen bleiben darauf kleben und können nicht mehr zu den Läusen hochklettern. Marienkäfer und Co haben freie Bahn und können die Läuse besser vertilgen.

Pflanze Knoblauch: setze ihn rund und zwischen deine gefährdeten Pflanzen. Der strenge Geruch von Knoblauch verwirrt und vertreibt die Läuse. Besonders wirkungsvoll ist Knoblauch bei Rosen.

Setze Nützlinge gezielt ein: Nützlinge kannst du sogar kaufen. Es gibt erwachsene Marienkäfer, sowie Larven von Florfliegen und Schlupfwespen. Während Marienkäfer und Florfliegenlarven die Blattläuse direkt fressen, legen Schlupfwespen mit einem Legestachel ihre Eier in eine Blattlaus. Die geschlüpften Larven fressen danach die Laus von innen her auf. 

Verzichte auf den Einsatz von Schmierseife und Co: ist zwar biologisch, unterscheidet aber nicht zwischen Schädling und Nützling. Schmierseife verklebt die Atemorgane ALLER Insekten, d.h. beim Einsatz erlegst du nicht nur die Blattläuse, sondern auch Marienkäfer oder Wildbienen.

Im Haus oder der Wohnung

Im Gegensatz zum Garten kommen im Innenraum keine natürlichen Feinde der Blattläuse vor. Sind einmal einige Läuse auf deinen Pflanzen, vermehren sie sich daher umso explosionsartiger.  Folgende Möglichkeiten hast du für deine Indoor-Pflanzen:

Regelmäßige Kontrolle: wie auch im Freien erspart dir regelmäßige Kontrolle und das Entfernen der ersten Läuse größeren Ärger.

Schmierseife: solange du keine Nützlinge einsetzt, hilft im Innenraum auch die Schmierseife. Diese kannst du entweder selbst herstellen, indem du ein Stück Schmierseife (gibt es in der Drogerie oder Apotheke zu kaufen) in heißem Wasser auflöst, abkühlen lässt und damit direkt die Blattlauskolonien besprühst. Oder du verwendest eine anwendungsfertige Lösung, die es mittlerweile zu kaufen gibt, z.B. In Form von Kaliseife.

Neemöl: gibt es anwendungsfertig oder als Konzentrat zu kaufen. Sprühe Neemöl rundum gründlich auf die Pflanzen. Die Blattläuse sterben nicht direkt ab, sondern stellen mit der Zeit ihre Saugtätigkeit ein.

Kartoffelwasser: lasse das Wasser vom Kartoffeln Kochen abkühlen und besprühe damit die Pflanzen. Achtung: nimm vorab an einem einzelnen Blatt eine Probesprühung vor. Wird es braun oder kräuselt sich, musst du das Kartoffelwasser verdünnen, z.B. 1:5 oder 1:10.

Nützlinge gezielt einsetzen: auch im Innenraum kannst du Nützlinge einsetzen. Ideal sind die Larven von Florfliegen. Die winzigen, schwarzen Tierchen streust du auf die befallenen Pflanzenstellen bzw. direkt auf die Erde. Die hungrigen Florfliegen machen sich rasch auf die Suche nach Nahrung. Eine Florfliegenlarve verspeist in ihrem Leben bis zu 500 Blattläuse. Achtung: kombiniere Nützlinge nicht mit den oben genannten Mitteln, denn damit bringst du sie zum Absterben!!

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