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Samen Maier Blog

Das Hochbeet befüllen:
so gehst du vor

verfasst von Samen Maier am 18. November 2020
in Gartenjahr, Gartentipps, November

Die meisten Hochbeete werden im Frühling aufgebaut. Das kann ganz schön stressig werden, denn du musst den Untergrund vorbereiten, das Hochbeet aufstellen und schließlich befüllen. Und das zu einer Zeit, wo rundum alles sprießt und gedeiht und du noch viele weitere Hände für deinen Garten brauchst.

Im Herbst ist der ideale Zeitpunkt für Aufbau und Befüllung

Und dann ist da noch die Sache mit dem Füllmaterial. Geschnittene Äste und Zweige von Sträuchern und Hecken stapeln sich im Herbst und das Laub raschelt im November auf den Boden.

Es spricht also sehr viel für die Anlage deines Hochbeetes im Herbst. Du hast weniger Stress, ausreichend Material zur Befüllung und kannst im Frühling sofort säen und anbauen.

Das richtige Material zum Befüllen

Ein Hochbeet ist mehr als eine große Kiste, die du einfach mit Erde vollfüllst. Denn das Geheimnis für die riesige Ernte aus dem Hochbeet liegt in seiner Befüllung. 

Das kommt ins Hochbeet:

Baum- und Strauchschnitt von Laubhecken und Laubbäumen
Staudenreste wie Stängel, Blätter und abgeschnittene Blüten, Rückstände vom Gemüsebeet (z.B. äußere Salatblätter, Stängeln, Wurzeln usw.)
Samenfreie grüne Teile von Unkraut
Gras, Rasenschnitt
Laub der meisten Laubbäume
Kompost: halb verrottet und fertig gereift
Ev. Tiermist, z.B. von Pferden oder Rindern 
Bio-Erde, Humuserde

Das darf NICHT ins Hochbeet:

Schnitt von Nadelgehölzen und Thujen: „versauert“ das Hochbeet
Frischer Schnitt von Weiden, Haseln, Rosenstöcken: treibt neu durch und plötzlich wächst ein Strauch im Hochbeet
Samentragende Stauden- und Gemüsereste: könnten auskeimen
Kranke Pflanzenteile: z.B. Blätter mit Mehltau oder Braunfäule. Die Pilzsporen befallen das frisch angebaute Gemüse.
Wurzelunkraut und samentragendes Unkraut: z.B. Quecke, Ackerwinde oder samentragende Brennnesseln 
Stark verunkrauteter Rasenschnitt
Eichenlaub, Nußlaub: enthält wachstumshemmende Substanzen
Nadeln von Nadelbäumen: versauern das Hochbeet
Kompost von öffentlichen Kompostierungsanlagen: enthält oft Rückstände von Pflanzenschutzmitteln, manchmal sogar Schwermetalle. Verwende nur Kompost, der auch für den Bio-Landbau zugelassen ist.
Tiermist von mit Hormonen oder Antibiotika behandelten Tieren
Gartenerde mit Rückständen wie Wurzelunkräutern, Unkrautsamen, Schneckeneiern usw.

Das brauchst du noch:

Wühlmausgitter
Schaufel, Mistgabel, Kübel

Schritt für Schritt zum fertig befüllten Hochbeet

Schritt 1: Wühlmausgitter einlegen

Gemütlich, warm und eine vollgefüllte Vorratskammer – wer kann da widerstehen? Genau DAS denken Wühlmäuse, wenn sie in dein Hochbeet ziehen. Wenn du deine Radieschen lieber selbst erntest, dann lege zuallererst ein Wühlmausgitter in dein Hochbeet. So sperrst du die kleinen Nager von vornherein aus. Wichtig: das Wühlmausgitter muss sehr feinmaschig sein, max. 6,5 x 6,5 mm – denn die kleinen Mäuschen schlüpfen durch größere Maschen.

Da kommt keine Maus durch: das Wühlmausgitter
Schritt 2: Baum- und Strauchschnitt einfüllen

Jetzt geht es los mit der Befüllung. Zuerst kommen Baum-und Strauchschnitt in das Hochbeet. Das können ganze Baumstammabschnitte ebenso sein wie größere Äste und kleingeschnittene Zweige. Am besten ist eine bunte Mischung von allem – je nachdem, was du in deinem Garten findest. Fülle das Hochbeet bis über die Hälfte an, denn durch die vielen Hohlräume und das folgende Gewicht sackt diese Schicht rasch zusammen. Wenn du darauf nicht warten willst, dann steige ins Hochbeet und tritt die Äste zusammen.

Strauchschnitt kommt zuerst ins Hochbeet
Schritt 3: Gras oder Rasenschnitt, Unkräuter, Stauden- und Gemüsereste als zweite Schicht

Auf den Strauchschnitt folgt eine etwa 10 cm dicke Schicht aus Gras oder Rasenschnitt, Unkräutern, Stauden- und Gemüseresten. Das Gras hast du idealerweise schon im Sommer nach dem Mähen gesammelt. Mische es mit etwas alter Erde oder Kompost, um Schimmel zu vermeiden. Auch das restliche Material kannst du in diese Schicht je nach Verfügbarkeit untermischen. Du hast kein Gras? Gute Alternativen sind Miscanthus-Mulch (Elefantengras bzw. Chinaschilf) oder Stroh.

Schritt 4: Kompost zur Beschleunigung

Auf das Gras kommt halb verrotteter Kompost, diese Lage ist etwa 10-15 cm stark. Der unfertige Kompost bringt Leben in dein Hochbeet. Kompostwürmer, Springschwänze, Mikroorganismen und Co sind schon „aufgewärmt“ und fressen im Hochbeet munter weiter. Sie wandern dabei sowohl nach unten (zum Gras und den Zweigen) als auch zu den noch folgenden Schichten. Dabei durchmischen sie das Füllmaterial ein wenig und bauen es ab und um.

Schritt 5: Laub – nicht nur als warme Decke

Packe eine dicke Schicht Laub (ca. 15-20 cm) auf den Kompost. Das Laub wärmt die Bodentierchen und liefert ihnen gleichzeitig Nahrung. Mische auch unters Laub etwas Erde oder fertigen Kompost, dann klappt es besser mit der Verrottung und du verhinderst Schimmelbildung.

Laub ist im Herbst in Fülle vorhanden
Schritt 6: Tiermist – „nice to have“, aber kein „must be“

Frischer Tiermist bringt richtig Power ins Hochbeet. Er heizt es kräftig auf und setzt jede Menge Nährstoffe frei. Im nächsten Frühling werden Tomaten, Zucchini, Gurken und Paprika durch die Decke wachsen. Trotzdem bringt der frische Tiermist nicht nur Vorteile: Pflanzen mit geringerem Nährstoffbedarf, wie Salat, Spinat oder Radieschen wird es zu „scharf“.  Durch das Überangebot an Nährstoffen keimen sie schlechter und die jungen Keimlinge gehen wieder ein. Außerdem nehmen sie zu viele Nitrate auf, die sich in Blättern von Salat und Spinat genauso anreichern wie in den Köpfen von Kraut, Kohlrabi und Kohl. Setze Tiermist daher nur sehr gezielt ein – wenn du dir sicher bist, dass du im Frühling ausschließlich stark zehrende Pflanzen setzen willst.

Schritt 7: halb verrotteter Kompost und reifer Kompost

Anstelle von Tiermist kannst du auf das Laub nochmal halb verrotteten Kompost geben. Er ist weit weniger „scharf“ als der Tiermist, verfügt aber – in etwas milderer Form – über dieselben positiven Eigenschaften: er wärmt das Hochbeet und setzt Nährstoffe frei.

Über den Tiermist oder halbfertigen Kompost kommt schließlich eine Lage reifer Kompost, insgesamt sind weitere 10-15 cm Material ins Hochbeet gekommen. 

Nach dieser Schicht darfst du dich in die wohlverdiente Winterpause begeben.

Kompost grob und fein heizt dem Hochbeet ein
Schritt 8: nochmals Laub, Gras und Kompost 

Weiter geht es im ausklingenden Winter oder zeitigem Frühjahr (Februar-März). Die Befüllung ist über den Winter ordentlich zusammengesackt. Fülle das Beet nochmals mit einer guten Mischung aus Laub, Grasschnitt und Kompost auf – bis etwa 10-15 cm unter den Rand.

Schritt 9: Bio-Erde am besten gekauft

Jetzt ist es so weit, als allerletzte Lage kommt Bio-Erde oder Humus-Erde ins Hochbeet. Am besten gekauft, denn mit Garten-Erde könntest du dir Probleme ins Hochbeet holen, denen du ja entfliehen wolltest. Also Unkrautsamen, Wurzelunkräuter und Schneckeneier. 

Das macht die Befüllung in deinem Hochbeet

Das richtig geschichtete Material hat eine tolle Wirkung auf deinen Ernteerfolg im Hochbeet.

Zwischen den Ästen und Zweigen sind viel Hohlräume, die für ausreichend Luft im Hochbeet sorgen. Die Bodentierchen können besser atmen und mehr verdauen. Die darüber liegende Mischung aus Gras, Laub, und Kompost in verschiedenen Reifestadien wärmt das Hochbeet und setzt Nährstoffe frei. Die Pflanzen dürfen im Frühling 2 Wochen früher ins Hochbeet, da sie durch die Wärme leichter keimen. Die vielen Nährstoffe sorgen für rasches und üppiges Wachstum – der großen Ernte steht nichts im Weg.  

Die richtige Hochbeet-Befüllung bietet noch einige Extra-Boni: keine Staunässe, kaum Ärger mit Unkraut und Schnecken müssen draußen bleiben.

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