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Gründüngung: Gesundheit für den Boden

verfasst von DI Doris Kampas am 28. September 2020
in Gartentipps
DI Doris Kampas

In der Bio-Landwirtschaft ist sie ein fixer Bestandteil, im Hausgarten noch nicht sehr verbreitet – die Gründüngung.

Dabei wussten unsere Vorfahren bereits im antiken Rom, dass der Anbau bestimmter Pflanzenarten die Fruchtbarkeit und Vitalität von Böden steigert. Auch im Hausgarten oder sogar am Balkon kannst du Gründüngung gezielt einsetzen.

Darum geht’s bei der Gründüngung

Gründüngung ist der gezielte Anbau bestimmter Pflanzen, um unsere Böden zu schützen und zu verbessern. Die Gründüngung wird dann angebaut, wenn keine anderen Pflanzen im Beet stehen – also z.B. im Herbst, nachdem du alle Paprika oder Tomatenpflanzen abgeerntet hast. Die Gründüngung macht deinen Garten und dein Gemüsebeet fruchtbarer – manche Gründüngungspflanzen kannst du sogar essen. Oder in die Vase stellen. Regelmäßiger Anbau von Gründüngung erhöht die Fruchtbarkeit und Gesundheit deiner Böden und lässt nachfolgende Pflanzen besser wachsen.

Gründüngung: Gesundheit für den Boden und eine Freude für das Auge

Das macht Gründüngung für deinen Garten

Kein Problem für deine Beete: Regen, Wind und große Hitze 

Ein großes Thema nicht nur in der Landwirtschaft: Regen und Wind spülen und blasen kleine und kleinste Erdteilchen vom nackten Boden. Damit verschwindet der gute Humus von den Beeten. Der Boden verliert seine Fruchtbarkeit – also die Nahrung für die Pflanzen. An heißen Tagen trocknet die Sonne die Erde aus – es entstehen Risse und Furchen. Regnet es wieder, kann der harte Boden das Wasser nicht mehr aufnehmen und schwemmt noch mehr Humus davon.

kahler trockener Boden: der nächste Regen schwemmt kleine Bodenteilchen davon

Das Ergebnis in der Landwirtschaft: unsere Kulturpflanzen werden mit viel Kunstdünger und chemischem Pflanzenschutz aufgezogen. Der Boden alleine kann sie nicht mehr ernähren.

Im Garten: auch da brauchst du bei ausgelaugten Böden extra viel Dünger.

Gründüngung bedeckt den Boden und schützt ihn so vor den verschiedenen Wetterereignissen. Die Blätter der Gründüngungs-Pflanzen bremsen Regentropfen und verhindern ihren Aufprall auf die Erde. Das Blätterdach lässt zudem starke Winde und heiße Sonnenstrahlen nicht bis zum Boden. So bleiben die kleinen Bodenkrümelchen und die lockere Bodenstruktur erhalten.

Locker, luftig und fest: schaffen nur Wurzeln

Unter der Erdoberfläche sorgen die Wurzeln der Gründüngungs-Pflanzen für Festigung und Stabilisierung des Bodens – und gleichzeitiger Lockerung und Durchlüftung. Das mag wie ein Widerspruch klingen, ist aber keiner. Die lockere obere Humusschicht wird durch zahlreiche, eng verflochtene Wurzeln zusammengehalten. Die weiter nach unten wachsenden, kräftigen Wurzeln hingegen brechen darunterliegende, verdichtete Bodenschichten auf und lockern sie tiefgründig. So kommt mehr Luft in den Boden, Wasser kann leichter versickern und Staunässe wird vermieden.

das dichte Wurzelgeflecht festigt den Boden

Baust du nach der Gründüngung Gemüse oder Blumen an, so hast du ihnen einen großen Gefallen getan: sie tun sich mit der Wurzelbildung in der gelockerten Erde viel leichter. Ihre Wurzeln können nun weiter und tiefer wachsen, die Pflanzen entwickeln sich viel prächtiger und gesünder.

Futter für deine Pflanzen: festhalten statt ans Grundwasser verlieren

Besonders in den Wintermonaten sind brachliegende Flächen von der Auswaschung der Nährstoffe bedroht. Diese liegen als Moleküle in verschiedenen chemischen Verbindungen in der Erde und sind dort „frei“ beweglich. Bei Niederschlag werden sie immer tiefer in den Boden gespült, bis sie schließlich im Grundwasser landen und es verschmutzen. Vor allem Nitrat und Phosphat sind immer noch ein großes Problem – besonders dort, wo viel Kunstdünger eingesetzt wird.

Die Gründüngungs-Pflanzen hingegen nehmen die freien Nährstoffe auf und speichern sie in all ihren Organen – also in Wurzeln, Stängeln und Blättern. Sie dienen also als Zwischenspeicher, der Nahrung für die nachfolgenden Pflanzen – sicher aufbewahrt.

die dichte Pflanzendecke schützt nicht nur den Boden vor Erosion, sondern auch Nährstoffe vor der Auswaschung

Und so geben die Gründüngungspflanzen die Nährstoffe wieder frei:

  • Schneide die Gründüngung ab, wenn sie ordentlich gewachsen ist- auf jeden Fall vor oder während der Blüte. So verhinderst du, dass die Gründüngung sich selbst aussät und zu Unkraut wird. Nicht frostfeste Pflanzen frieren über den Winter von selbst ab.
  • Lasse die abgeschnittenen oder erfrorenen Pflanzenteile am Beet liegen. Sind sie sehr groß, zerkleinere einfach alles mit einer Gartenschere.
  • Die Wurzeln bleiben im Boden – sie verrotten von alleine. Die abgeschnittenen Pflanzen sind wie eine Mulchschicht – sie schützen den Boden und die darin befindlichen Bodentierchen.
  • Regenwürmer, Springschwänze und viel Mikroorganismen machen sich nun ans Werk: sie holen nach und nach Pflanzenreste in den Boden, fressen und verdauen sie und bauen mit ihnen eine nährstoffreiche Humusschicht auf.
  • Die Nährstoffe stehen den nächsten Pflanzen zur Verfügung, der Kreislauf schließt sich.

Superpower durch Bohnen und Erbsen

Eine ganz besondere Stellung haben Pflanzen aus der Familie der Schmetterlingsblütler. Das sind z.B. (Acker-)Bohnen, Erbsen, aber auch Klee und Lupinen. Sie haben sich mit Bakterien verbündet, die an ihren Wurzeln leben und Stickstoff aus der Luft binden können. Für diese Dienstleistung erhalten die Bakterien von Erbse und Co Zucker und andere Nahrungsmittel. Werden die Erbsenpflanzen abgeschnitten, stellen sie den Stickstoff den nachfolgenden Pflanzen zur Verfügung.

Erbsen können – wie andere Schmetterlingsblütler – Stickstoff aus der Luft binden.
Bonus: es gibt gleich auch was zum Naschen 🙂

Gib dem Unkraut keine Chance

Baue Gründüngung immer dann an, wenn du ein Beet für mehrere Wochen nicht bepflanzt. So verhinderst du, dass sich unerwünschte, hartnäckige Unkräuter breit machen und ersparst dir später das mühsame Jäten.

lästiges Unkraut breitet sich rasch auf Beeten die nicht bepflanzt sind aus.
Beuge mit einer Gründüngung vor

Die besten Gründüngungs-Pflanzen für den Garten

Die folgenden Pflanzen kannst du auch im Garten ganz unkompliziert anbauen – und die meisten sogar ganz nebenbei als Zierde oder schmackhaftes Gemüse verwenden.

Buchweizen

Du kannst ihn in der Zeit von Mai bis August säen. z.B. vor der Anlage einer neuen Rasenfläche oder nach Gemüse. Buchweizen entwickelt sich schnell und lässt Unkräutern keinen Platz. Die Blüten bilden sich bereits nach ca. 5 Wochen und bleiben über lange Wochen erhalten. Dadurch ist Buchweizen eine wertwolle Bienenweide bis in den Herbst hinein.

Lupinen

Lupinen helfen dir, einen verdichteten Boden zu lockern. Sie haben bis zu 2 Meter lange Pfahlwurzeln, mit denen sie bis in tiefere Bodenschichten vordringen und dort Verkrustungen und Verdichtungen aufbrechen. Lupinen bilden viel organische Masse und als Leguminosen reichern sie den Boden mit Stickstoff an. Die Lupinen schmücken nicht nur deinen Garten, in der Vase verzieren sie dein Haus. Die Aussaat ist von April bis August möglich.

Phacelia

Phacelia ist eine anspruchslose Gründüngungspflanze, die am besten auf schwereren Böden wächst. Sie gedeiht auch gut im Schatten, Schädlinge meiden sie. Weil sie eine hervorragende Bienenweide ist, wird Phacelia auch Bienenfreund genannt. Du kannst sie von April bis September aussäen. Ihre Grünmasse bedeckt rasch den Boden, beschattet ihn und unterdrückt Unkraut. Ihre stark verzweigten Wurzeln verbessern wesentlich die Bodenstruktur.

Erbsen

Baue Erben entweder direkt im Frühling (März/April) oder im (August/September) an. Die Erbsen reichern Stickstoff aus der Luft an und lockern den Boden. Im Juni kannst du die reifen Erbsen ernten. Im Herbst werden die kleinen runden Hülsenfrüchte zwar nicht mehr reif, aber auch die Triebspitzen sind köstlich. Versuche sie doch mal als Beigabe zu Salaten oder im Wok.

Spinat

Spinat ist die klassische Bodendecker-Pflanze für den Winter. Er ist absolut winterhart und bedeckt jeden Boden gut. Die Wurzeln von Spinat bilden Saponine, das sind seifenartige Stoffe, die eine positive Wirkung auf das Bodenleben haben. Die Saponine fördern zudem das Wasserspeichervermögen des Bodens. Baue Spinat als Gründüngung für den Winter ab Ende August bis Ende September an. Natürlich kannst du den Spinat auch für die Küche ernten, lass aber seine Wurzeln und Pflanzenreste am Beet liegen.

Beitrag: DI Doris Kampas
Fotocredits: bio-garten

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