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Samen Maier Blog

Im Portrait: Johannes Huber

verfasst von DI Doris Kampas am 15. September 2022
in Samen Maier

Interview mit dem Geschäftsführer

Die Firma Samen Maier ist mir seit meiner Kindheit ein Begriff. Doch wer steckt eigentlich hinter dem Unternehmen? Heute habe ich Gelegenheit, mich mit Herrn Mag. Johannes Huber, Geschäftsführer von Samen Maier, zu unterhalten. Herr Huber, vielen Dank, dass Sie sich Zeit für ein Gespräch nehmen.

F: Eine Frage, die sich sofort aufdrängt: Sie heißen Huber, Ihr Unternehmen Samen Maier. Wie kam´s dazu?

Samen Maier trägt den Familiennamen des Gründers des Unternehmens Herrn Franz Maier, der 1967 den Betrieb in Ried im Innkreis aufbaute. Mein Vater, Johann Huber übernahm Samen Maier 2001 und behielt den Firmennamen bei.

F: Was war die ursprüngliche Tätigkeit von Samen Maier?

Samen Maier beschäftigte sich von Beginn an mit den Gartenprodukten Blumen- und Gemüsesamen, Blumenzwiebeln, Steckzwiebeln und Rasensamen.

F: Als Ihr Vater die Firma übernahm, was hat sich dann geändert?

Mein Vater übernahm Samen Maier in Ried im Innkreis. Damals gab es 4 Standorte an denen Büros und Produktionen angesiedelt waren. Mit dem Blick in die Zukunft investierte er in unseren jetzigen Unternehmensstandort in Taiskirchen ca. 15 km entfernt von Ried, an dem wir alle Einheiten zusammenführten und uns als Betrieb gänzlich neu ausrichten konnten. Das erklärte Ziel war ein CO2 neutraler Betriebsstandort und ein umfassendes Bekenntnis zur Nachhaltigkeit im Unternehmen.

F: Waren Sie als Kind und Jugendlicher schon in den Betrieb involviert? Oder kam Ihr Interesse am Unternehmen erst später?

Samen Maier wurde 2001 von meiner Familie erworben und mein Vater war eigentlich ein Quereinsteiger in die Saatgutbranche. Ihn reizten die gestalterischen Möglichkeiten der Selbstständigkeit und die Garten- und Saatgutthemen an sich. Ich war zu dem Zeitpunkt am Beginn des Studiums und war ebenfalls begeistert von dem Schritt meines Vaters.

F: Dürfen wir erfahren, welche Ausbildung Sie absolviert haben?

Ich absolvierte die Matura (Abitur) in der Handelsakademie und ergänzend eine landwirtschaftliche Ausbildung mit Facharbeiterabschluss. Anschließend studierte ich Betriebswirtschaft.

F: Wann sind Sie in die Firma eingestiegen bzw. haben „offiziell“ begonnen, im Unternehmen zu arbeiten?

Schon während des Studiums war ich in den freien Monaten in der Abfüllung und Auslieferung beschäftigt. Offiziell beziehungsweise in Vollzeit startete ich nach Abschluss des Studiums.

F: Und was waren Ihre ersten Aufgaben im Betrieb?

Wir sind ein kleiner Betrieb mit zirka 30 MitarbeiterInnen. Die Aufgaben umfassten von Anfang an alle Tätigkeiten. Die Vielfältigkeit der unterschiedlichen Abläufe und Arbeiten je nach Jahreszeit begeisterten mich von Anfang an. 

F: 2015 erfolgte schließlich die Übernahme der Geschäftsführung durch Sie. Neue Besen kehren gut, sagt man. Was haben Sie beibehalten, was haben Sie neu in die Firma eingebracht.

Ich denke, das wirklich Tolle bei einer Übernahme ist, wenn dieser klare Schnitt der Übergabe zwar am Papier erfolgt, jedoch der Weg zur Transformation und Neuausrichtung von Anfang an ein Gemeinsamer war. Mit dem Wissen, dass ein Unternehmen weiter geführt wird, verändert sich der Horizont. Die notwendigen Investitionen und Produktsortimente werden nachhaltig, mit dem Blick in die Zukunft, geplant und ausgearbeitet. Für diese Schritte waren mein Vater und ich gut abgestimmt und unsere MitarbeiterInnen brachten sich mit wertvollen Ideen und motivierter Arbeit in diesen Prozess mit ein. 

F: Was liegt Ihnen im Unternehmen und beim Angebot für Ihre Kunden besonders am Herzen?

Was mir persönlich am Herzen liegt, ist sinnvolle Produkte anzubieten, bei denen jede und jeder in der Produktkette fair und auf Augenhöhe behandelt wird. Die Umwelt und Natur sollte dabei durch unsere Tätigkeit nicht nur keinen Schaden nehmen, sondern wir wollen gemeinsam mit unseren Kunden einen aktiven Beitrag zur Artenvielfalt und zum Umweltschutz leisten.

F: Wie kann man sich die Samenproduktion vorstellen? Herr Huber steht mit seiner Familie und den MitarbeiterInnen am Feld und sät, pflegt und erntet die Samen?

Als Betrieb bewirtschaften wir keine landwirtschaftlichen Flächen. Die Vermehrung und Züchtung erfolgt bei den Landwirten und Saatgutpartnerbetrieben in enger Abstimmung. Die Zusammenarbeit ist immer auf Langfristigkeit ausgerichtet und beinhaltet auch Zukunftsinvestitionen in die Partnerbetriebe. Transparenz ist uns hierbei ein großes Anliegen. Unsere Kunden sehen bei unseren biologischen Blumen- und Gemüsesamen, welcher Betrieb das Saatgut vermehrt hat. 

F: Wie wird man Samenproduzent für Samen Maier? Kann ich mich einfach bewerben und Ihnen Samen aus meinem Garten anbieten?

Ein großer Vorteil der Saatgutproduktion ist, dass keine großen Flächen benötigt werden. Die Arbeitsintensität ist jedoch sehr hoch und ein umfassendes Wissen zu den Kulturen, dem eigenen Standort und den Bodenverhältnissen ist notwendig. Gerne freuen wir uns über den Kontakt zu interessierten Betrieben. 

F: Kommen wir zu ein paar persönlichen Fragen. Was fasziniert Sie am kleinen Wunder Samenkorn?

Saatgut ist so ein elementares Produkt, dem alles entspringt. Es ist faszinierend, wie aus den Samen Blüten und Früchte entstehen an denen wir uns erfreuen und die uns wertvolle Nahrung schenken. Einhergehend ist eine tiefe Verbundenheit mit der Natur.

F: Haben Sie auch privat einen Blumen- und Gemüsegarten? Und wer ist dort der Chef? Sie oder die Familie (Ihre Frau/Ihre Kinder)?

Meine Frau und ich betreiben eine kleine Bio-Landwirtschaft und haben natürlich auch einen Gemüsegarten und viel Blühflächen. Wir machen die Arbeit eigentlich gemeinsam und die Kinder sind auch ganz begeistert beim Erkunden der Pflanzen und Naschen der Früchte. 

F: Gibt es Pflanzen, die Sie immer wieder gerne anbauen? Haben Sie eine absolute Lieblingspflanze (Blume, Gemüsesorte)?

Bei mir fängt die Gartenarbeit immer erst sehr spät an, da im Frühjahr sehr viel los ist bis alles abgefüllt und ausgeliefert ist. Meistens geht es direkt in die Freilandsaison. Die Tomaten-, Paprika- und Salatpflanzen bekommen ich von unseren Anbauversuchen im Betrieb. Ansonsten werden reichlich Kürbis, Zucchini und Gurken gepflanzt, ergänzt mit Hülsenfrüchten. Feldsalat, Radieschen und Asia Salate sind fast ganzjährig im Anbau. Kräuter und Blumen werden in größeren Flächen gesät. Lieblingspflanze in dem Sinn habe ich keine, jedoch freue ich mich jedes Jahr auf die Erntezeit von Kürbis und Zucchini. Wir bauen meistens ganz viel Blumen an und zu dem Zeitpunkt herrscht häufig schon eine gute Wildnis im Feld. Mit den Kindern gehen wir dann auf Entdeckungsreise und stolpern häufig über die meist schon groß gewordenen Früchte. Die gesammelten Ernten werden dann stolz aufgelegt und tagelang begutachtet. 

F: Wie sieht es mit Ihrer Experimentierfreudigkeit aus? Bauen Sie gerne auch mal neue oder exotische Sorten an?

Daheim ist alles im Freilandanbau und hier experimentiere ich gerne mit verschiedenen Anbauformen. Hügelbeet, Dammpflanzung, in Kisten oder eben klassisch im Beet. Von den Sorten und Arten gibt es immer Versuche für potentielle Neuprodukte für die nächste Gartensaison. 

F: Zum Abschluss: haben Sie einen Geheimtipp für unsere LeserInnen, wie der Samen-Anbau auf jeden Fall gelingt?

Ich liebe es fast überall Blumen mitanzubauen. Meiner Meinung nach entwickeln sich die Früchte und Pflanzen sehr gut bei einer gewissen Bodenabdeckung und den vielen herumschwirrenden Insekten. Faszinierend sind für mich auch die Wildblumen und deren Anziehungskraft für die Insekten. Hier empfehle ich die Anzucht der wertvollen Wildblumensamen im Topf und der anschließenden Auspflanzung in die Wiesen oder Beete, wenn die Pflanzen gut entwickelt sind. 3 – 4 Pflanzen zusammensetzen und man hat eine gute Initialpflanzung der Wildblumen. Gerade die winterharten Arten können sich dann gut durchsetzen. 

Vielen Dank für das Gespräch!

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