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Dein Wohlfühlgarten für Nützlinge

verfasst von DI Doris Kampas am 15. Juli 2020
in Gartentipps, Bienen und Nützlinge
DI Doris Kampas

Nützlinge sind die wichtigsten Helfer im biologischen Garten.  Sie bestäuben Obstbäume und Gemüse, lockern Böden, bereiten Kompost auf und sind bedeutende Gegenspieler von Schädlingen. Vielfältig wie ihr Nutzen sind die Nützlinge selbst. Und du kannst einiges dazu beitragen, dass sich viele verschiedene Nützlinge in deinem Garten wohl fühlen.

Lass etwas Chaos in deinem Garten zu

Aufgeräumte, karge Gärten sind vielleicht für das Auge des Besitzers schön, für nützliche Insekten und Co jedoch kaum einladend. Hab daher Mut zum Chaos und lass mal eine Distel oder einige Brennnesseln stehen, Laub unter der Hecke oder einige Stücke Fallobst am Boden liegen. Die wilden Pflanzen locken Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten in deinen Garten. Sie bieten ihnen nicht nur Nahrung, sondern auch Unterschlupf. In und unter der Laubschicht tummeln sich Käfer und Spinnen, die als Gesundheitspolizei in deinem Garten arbeiten. Regenwürmer ziehen die abgefallenen Blätter in den Boden und erzeugen daraus wertvollen Humus. Im Herbst und Winter schützt das Laub nicht nur den Boden vor zu starkem Frost, auch Vögel finden darunter Nahrung. Das Fallobst ist ebenso eine willkommene Winternahrung für unsere gefiederten Freunde, die – angelockt in den Garten – nebenbei noch viele überwinternde Schädlinge vertilgen.

Brennnesseln und Disteln dürfen auch mal stehen bleiben – sie locken viele Nützlinge an

Lege eine Nützlingsinsel an

Wenn du einen „sterilen“ Garten übernommen hast oder rund um dich alle Gärten sauber „aufgeräumt“ sind, kann es manchmal lange dauern, bis sich wilde Blumen von alleine in deinem Garten ansiedeln. Lege daher gezielt eine Nützlingsinsel an. Wähle einen bestimmten Platz dafür aus, z.B. neben dem Kompost, als Insel im Rasen oder in einem eigens angelegten Beet neben dem Gemüse. Bereite eine Fläche von 1-2 m² für die Aussaat vor, indem du Gras oder anderen Bewuchs entfernst, den Boden mit einer Grabgabel lockerst und glatt rechst. Säe auf diesen Platz eine spezielle Samenmischung für Nützlinge aus. Ideal ist eine Kombination aus ein und mehrjährigen Blütenpflanzen, die sich immer wieder selbst aussäen. Florfliegen, Marienkäfer, Schwebfliegen, Bienen, Hummeln und viele andere Insekten werden in deinen Garten gelockt und bald heimisch.

Malven, Klatschmohn, Kornblumen und vieles mehr wächst auf der Nützlingsinsel

Setze Futterpflanzen für Bienen und Hummeln

Stirbt die Biene, stirbt der Mensch. So banal diese Aussage ist und so oft du sie schon gehört hast, so richtig ist sie. Bienen, gemeinsam mit Hummeln, bestäuben 70 % unserer Nutzpflanzen.

Bestes Bienenfutter: Borretsch!

Nicht nur die bekannte Honigbiene, auch die einzeln lebenden Wildbienen und Mauerbienen sind wichtige Bestäuber von Obstbäumen und Gemüse.  Neben der Ausbringung von chemischen Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft und immer noch viel zu vielen Gärten, leiden Bienen und Hummeln oft an Nahrungsmangel. Nach den im zeitigen Frühjahr blühenden Obstbäumen nimmt das Angebot an Blütenpflanzen – und damit an Bienenfutter – rasch ab. Blühende Feldraine fallen mittlerweile der „Landschaftspflege“ zum Opfer, ebenso wie der Löwenzahn im grünen Rasen. Und das genau zu jener Jahreszeit, in der die Bienen viel Futter für ihre Brut benötigen. Mit dem gezielten Anbau von Futterpflanzen versorgst du Bienen und Hummeln – und bringst ganz nebenbei deinen Garten zum Blühen und Leuchten.

Folgende Stauden, Blumen und Kräuter sind bei Bienen und Hummeln besonders beliebt:

AkeleiKönigskerzeSchnittlauch
AlantKornblumeSkabiose
BeinwellLavendelSonnenblume
Bienenfreud (Phacelia)LöwenzahnSteinklee
BorretschMalven-ArtenStockrose
BohnenkrautMargeriteThymian
Diesel-ArtenMohnWeiße Taubnessel
Gelbe ResedeNatternkopfWiesen-Flockenblume
Glockenblumen-ArtenPurpurrote
Taubnessel
Wiesen-Salbei
Echte KamilleRainfarnWiesen-Schlüsselblume
Färber HundskamilleRot-KleeWitwenblume
FetthenneSalbeiZiest
Feuer-LilieSchafgarbe
Kartäuser NelkeSchnitt-Knoblauch

SCHAFFE LEBENSRÄUME FÜR NÜTZLINGE

Nützlinge arbeiten und essen am liebsten dort, wo sie wohnen und ihre Brut aufziehen.

Das Insektenhotel

Mit einem Insektenhotel stellst du vielen verschiedenen Nützlingen an einem Ort ein Wohn- und Brutquartier zur Verfügung. Ein Insektenhotel ist ein Holzkasten, der in verschiedene Abschnitte unterteilt ist. Jedes „Zimmer“ wird anders eingerichtet, z.B.  mit Stroh, Holzwolle, Baumstamm-Abschnitten, Lehm, roten Ziegelsteinen, hohlen Stängeln und Resten von Stauden oder Bambusrohren. Insektenhotels gibt es mittlerweile fertig zu kaufen, du kannst sie aber auch selbst bauen und mit verschiedenen Materialien füllen. Je abwechslungsreicher die Befüllung ist, umso mehr verschiedene Nützlinge werden in das Hotel einziehen.

Insektenhaus wartet auf Gäste
Luxushotel wartet auf Gäste

Mauer- und Wildbienen brüten in hohlen Stängeln und Baumstammlöchern. Die erwachsenen Florfliegen schützen sich in den Hohlräumen roter Ziegelsteine vor Wind und Wetter. Ihre Larven fressen hunderte Blattläuse – darum bezeichnet man sie auch als Blattlauslöwen. In Stroh- oder Holzwolle nisten sich Ohrwürmer, Schwebfliegen, Schlupfwespen, Erzwespen und Marienkäfer ein. Alle diese Nützlinge gehen auf die Jagd nach Blatt- und Wollläusen, Spinnmilben, Raupen von Gespinstmotten, Weißen Fliegen, Thripsen und anderen Schädlingen.

ein Marienkäfer auf der Suche nach Blattläusen

Lasse Reste von abgeblühten Stauden, Blumen und Stängel im Herbst stehen.

Sie schützen deine Pflanzen vor Frost und sind gleichzeitig ein willkommener Unterschlupf für Nutzinsekten. In Hohlräumen und zwischen Blütenresten sind sie vor Frost und Kälte gut geschützt.

abgeblühte Stauden sind Unterschlupf für viele nützliche Insekten – lass sie daher stehen

Schlichte Holz- und Steinhaufen auf

Ein Holzhaufen aus abgestorbenen Ästen, Zweigen und Baumrinde, gelegentlich versetzt mit ein paar Steinen ist ein wahres Refugium für Wildtieren. Hier tummeln sich Käfer, die Hohlräume in das Holz bohren und damit einen Lebensraum für Wildbienen schaffen, Eidechsen und Blindschleichen – beides tüchtige Schneckenjäger – sonnen sich auf den Steinen und mit etwas Glück zieht sogar ein Igel ein.

Holz- und Steinhaufen sind Refugien für Insekten, Reptilien und kleine Säugetiere

Auch eine dicke Mulchschicht aus Laub, Gras oder Miscanthus unter Hecken, im Staudenbeet oder im Gemüsegarten bietet nützlichen Tieren Unterschlupf und Nahrung. Igel halten sich am liebsten in schattigen Hecken unter einer Laubschicht auf. Regenwürmer nutzen hingegen das Mulchmaterial als Futter unter dem sie geschützt den Boden lockern und mit wertvollem Humus anreichern


Über die Autorin: DI Doris Kampas

Mein erstes Gemüsebeet bekam ich im Volkschulalter und war unglaublich stolz auf die ersten selbst geernteten Erbsen. Aus dem kleinen Beet wurde im Lauf der Jahre ein größeres und schließlich ein ganzer Gemüsegarten. Auf die Idee, das Gemüse oder andere Pflanzen mit irgendwelchen chemischen Mitteln zu behandeln, ist in unserer Familie niemand gekommen. Wir hatten ausreichend Kompost, den wir jährlich auf die Beete ausbrachten, Schädlinge wurden einfach abgeklaubt.

Aus dem Hobby „Gemüse anbauen“ wurde eine Leidenschaft und schließlich mein Beruf.  

Nach meinem Pflanzenbau-Studium an der BOKU in Wien und einigen Jahren Berufserfahrung gründete ich 2007 mein Unternehmen
bio-garten.

Schwerpunkt sind selbst produzierte Hochbeete aus nachhaltigem Lärchenholz, biologische Gartenartikel und die Planung und Beratung von und für biologische Nutzgärten. Gerne gebe ich mein Wissen in Vorträgen, Workshops und in meinen Büchern weiter.

Lebensmittel „bio“ anzubauen ist für mich das Normalste auf der Welt, es nicht zu tun absurd.

 DI Doris Kampas

Beitrag und Fotocredits: DI Doris Kampas

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