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Samen Maier Blog

Kinder im Garten

verfasst von DI Doris Kampas am 15. Mai 2020
in Gartenjahr, Mai

Ich will nicht raus!

Fernsehen und Computerspiele haben eine zu starke Anziehungskraft. Besonders dann, wenn dein kleiner Sohn oder deine kleine Tochter dich zur Gartenarbeit begleiten soll. Da hilft nur mehr eins: Stecker raus, ersten Protest abklingen lassen und dann rein in die Gartenschuhe. Denn sobald die kleinen (und auch größeren) Kinder im Garten sind, gibt es ganz schön viel Spannendes zu entdecken.

So gestaltest du den Garten kindgerecht

Kindergerecht gestalten heißt nicht, einen Spielplatz mit sämtlichen Spielgeräten im Garten einzurichten. Kinder haben eine blühende Fantasie und lassen sich von ihrer Umgebung schnell inspirieren. 

Kinder-Wunschliste

Lass deine Kinder mitgestalten: statt zu rätseln, was ihnen gefällt, frage sie einfach! Es können sehr spannende Ideen dabei rauskommen. Vielleicht sind sie nicht immer ganz praktikabel aber mit ein wenig Kreativität lässt sich sicherlich einiges umsetzen.

Achtung bei der Pflanzenwahl! 

Verzichte auf giftige Pflanzen. Besonders jene mit auffälligen Früchten, die an süße Beeren erinnern, sind gefährlich. Das klassische Beispiel dafür ist die heimische Eibe (Taxus baccata), deren leuchtend rote Früchte tödliche Samen enthalten. 

Zu den in der Gartengestaltung häufigen, aber stark giftigen Sträuchern gehören auch der Echte Seidelbast (aus seinen stark duftenden, zarten rosa Blüten entwickeln sich giftige rote Beeren), der Goldregen (die hochgiftigen Früchte sehen wie Erbsen aus!), das Pfaffenhütchen (das Gift befindet sich u.a. in den rosa-orangen vierlappigen Früchten) und oder Kirschlorbeer (das Gift befindet sich im Samen der schwarzen Beeren).

Achte neben der Giftigkeit noch auf andere Merkmale der Gartenpflanzen. Stachelige Sträucher wie Schlehen, Weißdorn, Sanddorn oder Wildrosen sind tolle Vogelschutzgehölze. Verstecken spielen wird darin schmerzhaft. Vor allem der Bereich für kleine Kinder sollte daher in einer anderen Gartenecke sein.

Süße Beeren liebt jedes Kind

Sich heimlich in den Garten schleichen, die rötesten Erdbeeren, größten Himbeeren und reifsten Stachelbeeren pflücken, bevor jemand anders sie findet. Wer könnte da widerstehen? Etabliere gemeinsam mit deinen Kids ein schönes Ritual und startet jeden Nachmittag in den Garten, um gemeinsam eine bunte und frische Beeren-Jause zu pflücken. So ändern auch die hartnäckigsten Obstverweigerer ihre Meinung!

Dieser Anblick lässt nicht nur Kinderherzen höher schlagen!

Die Auswahl an Beerensträucher ist groß. Probiere doch mal – neben den üblichen Ribiseln, Himbeeren, Brombeeren und Erdbeeren – auch Felsenbirnen, Maibeeren oder Jostabeeren. Die Felsenbirne wird auch als Korinthenstrauch bezeichnet, Ihre frischen Beeren schmecken fast wie Rosinen. Getrocknet passen die Beeren gut ins Müsli oder Joghurt. Gib acht, dass du die dunkelvioletten Früchte rechtzeitig erntest, sonst sind Amseln und Co schneller. Maibeeren sind die ersten Beeren im Jahr. Sie tragen – richtig: im Mai! – längliche dunkelblaue Beeren, die im Geschmack an Heidebeeren erinnern. Ihr Vorteil: sie gedeihen, anders als Heidelbeeren, die einen sauren Boden benötigen, unkompliziert auf jedem Gartenboden.  Jostabeeren sind eine Kreuzung aus Johannisbeere und Stachelbeere. Sie vereinen tatsächlich den Geschmack beider Früchte in sich.

Maibeeren
Jostabeeren

Nischen schaffen 

Kinder verstecken sich gerne und brauchen kleine, heimelige Plätzchen, um sich wohlzufühlen. Deshalb lohnt es sich, den Garten vielseitig anzulegen. Neben einer Rasenfläche für Purzelbaum schlagen, Fangen oder Ball spielen braucht es einige Bäume und Sträucher, – natürlich ungiftig und stachellos – die kleinen Räubern und Gartenfeen eine sichere Zuflucht bieten. 

Dies ist übrigens auch aus der Sicht der Natur erwünscht!
Je vielfältiger der Garten, desto mehr Pflanzen und Tiere finden hier ihren Lebensraum.

Verwende widerstandsfähige Gehölze, derer Zweige weich und biegsam sind und im Falle eines „Unfalles“ schnell nachwachsen. Dazu gehören Dirndlstrauch (Kornelkirsche), Holunder, Haselstrauch, Roter Hartriegel und die unverwüstlichen Weiden.

Das mögen alle Gartenzwerge
„Bauten“ für deine Kids

Weidenbauten und Bohnentipi

Einen Iglu, Tipi oder Tunnel aus Weiden werden deine Kinder lieben. Besonders, wenn sie beim Bau mithelfen und dann zuschauen dürfen, wie ihr Häuschen quasi vor ihren Augen wächst. Geeignete Weiden-Arten sind Korbweide, Purpurweide oder Mandelweide. Ihre zwei- bis dreijährigen, fingerdicken Ruten werden einfach in die Erde gesteckt, wo sie sich selbst bewurzeln. Schon nach wenigen Monaten ist ein dichtes, grünes Kinderhaus entstanden – zum Verstecken und Einziehen.

Ein Bohnentipi ist zwar nicht so ausdauernd, dafür ist es aber schneller aufgestellt und bepflanzt.
Und als Belohnung gibt es sogar eine tolle Ernte fürs nächste Chili.

Hitzeschutz und Versteck: das Bohnentipi

Kinderbaustelle und Matschplatz

Sand zum Graben zieht alle Kinder an. Das kleine Kistchen aus dem Baumarkt kann für die großen Projekte der Kleinen rasch zu eng werden. Spannender ist eine richtige Kinderbaustelle.  

Schon auf eine Fläche von 2-3m² zauberst du ein richtiges „Baustellen-Feeling“. Suche einen halbschattigen Platz, damit die Kleinen vor der Sommerhitze geschützt sind. Die Nordseite eines großen Baumes ist ideal. Hebe eine etwa 70 cm große Grube aus und stütze sie an den Rändern mit Steinen, alten Autoreifen, Baumstamm-Abschnitten oder Holzbrettern ab. Fülle sie zur Hälfte mit Schotter, darüber kommt ein wasserdurchlässiges Vlies. Anschließend schüttest du reichlich Spielsand in das Loch. Durch den Unterbau verhinderst du, dass sich später die Untergrund-Erde mit Sand vermischt. Zudem rinnt (Regen-)Wasser rasch ab. 

Stelle – neben Sand – deinen Kids noch andere natürliche Materialien zur Verfügung. Rindenstücke, Steine, Zweige und kleingeschnittene Äste, Kastanien und vieles mehr laden zum Bauen und kreativen Spielen ein. Natürlich dürfen Bagger, Schaufeln, Kübeln und Co trotzdem nicht fehlen.

Ein Wasseranschluss direkt neben dem Matschplatz ist ideal. Mit Flaschen, Schüsseln, einer Gießkanne, Kochlöffeln und einem Schöpfer sind deine Kinder stundenlange beschäftigt und du musst dir keine Sorgen zu machen, da das Wasser ja rasch versickert.

Tipp: Wähle Für die Kinderbaustelle ein Plätzchen abseits von Wegen oder englischem Rasen,
denn so manche „Zutat“ wird ein wenig in den Garten „wandern“. 

Das Kinderbeet

Spielerisch kannst du deinem Nachwuchs zeigen, wie Essen entsteht. Fange ruhig klein an – legt gemeinsam ein paar Samenkörner in die Erde, markiert die Stelle gut und gießt sie jeden Tag. Die Freude und Überraschung ist groß, wenn die ersten Keimlinge aus dem Boden sprießen.

Hast du das Interesse deines Kindes geweckt, überlass ihm doch eine kleine Fläche, wo es selbst (mit deiner Unterstützung) gärtnern darf! Für ein Kinderbeet sind am besten raschwüchsige Pflanzen geeignet (Radieschen, Salat) und solche, die direkt vom Beet genascht werden können – Erbsen, Cocktailtomaten oder Minigurken.

Die große Beute des kleinen Gärtners

Ein Naschgarten für die Kleinen

Fotocredits:
©bio-garten
©adobestock

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