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Samen Maier Blog

Biologische Nahrung

verfasst von Samen Maier am 1. August 2021
in Gartenjahr, August

für Gemüse, Rasen und Blumen

Selbstgemacht bis Selbstgekauft.
Auch unsere Pflanzen müssen essen. Das klingt im ersten Moment etwas kurios, doch Pflanzen brauchen wie Mensch und Tier Nährstoffe, um zu gedeihen. Den wichtigsten Nährstoff – den Kohlenstoff – holen sie sich ganz einfach aus der Luft. Dazu brauchen sie die Hilfe der Sonne und ausreichend Wasser. Aus dem Kohlenstoff bilden die Pflanzen Stärke und Zucker.

Dieser Vorgang ist… richtig! – die Photosynthese.

In einer Pflanze kommen neben Stärke natürlich noch viele andere Verbindungen vor, z.B. Proteine, Vitamine, Farbstoffe und vieles mehr. Um diese Stoffe zu bauen und ihre Lebensvorgänge aufrecht zu erhalten brauchen Pflanzen noch weitere Nährstoffe: Hauptnährstoffe und Spurenelemente.

Erde nährstoffarm (links) – Erde nährstoffreich (rechts)

Nährstoffe für bestes Wachstum

Die wichtigsten Hauptnährstoffe sind Stickstoff, Kalium und Phosphor. 

Stickstoff ist für das zügige Wachsen von Blättern und Trieben zuständig. Hat die Pflanze zu wenig Stickstoff, kümmert sie und die Blätter werden gelb. Doch auch zu viel Stickstoff ist nicht gut. Es gibt dann zwar jede Menge Blätter, aber keine Blüten oder Früchte. Und im Gemüse steckt zu viel Nitrat.

Kalium reguliert die Wasseraufnahme der Pflanze und transportiert Zucker und Stärke. Gut mit Kalium versorgte Pflanzen sind gesund, schlecht versorgte hingegen krankheits- und schädlingsanfällig. Kaliummangel erkennst du an vom Rand her welkenden Blättern.

Phosphor ist ein wichtiger Baustein der Zellwände und kommt in der DNA, in Enzymen und anderen Pflanzeninhaltsstoffen vor. Phosphor ist für den Energiestoffwechsel und damit die Pflanzenatmung zuständig. Besonders wichtig ist Phosphor für Blüten und Früchte. Bei Mangel bleiben die Pflanzen klein und grün. Zum Glück ist aber in den meisten Böden genug Phosphor enthalten, sodass Mangelerscheinungen selten sind.

Andere wichtige Hauptnährstoffe sind Magnesium (wichtig für die Photosynthese), Calcium (sorgt für die Stabilität der Pflanze) und Schwefel (bedeutender Bestandteil von Proteinen und Enzymen).

Spurenelemente braucht die Pflanze in wesentlich geringeren Mengen – in Spuren also. Dazu zählen z.B. Eisen, Mangan, Molybdän, Chlor, Zink, Bor und Kupfer. Sie alle haben verschiedene wichtige Funktionen im Pflanzenleben.

Düngen – warum ist das überhaupt notwendig?

Wenn du Gemüse erntest, Rasen mähst oder Blumen für die Vase schneidest, entnimmst du mit den Pflanzenteilen Nährstoffe. In der Natur würden die Pflanzen absterben, an Ort und Stelle verrotten und so ihre Haupt- und Spurenelemente wieder in den Kreislauf einbringen. Durch deine Ernte ist es also notwendig, dass du Nährstoffe auf anderem Weg in den Kreislauf einbringst.

Füttere deine Pflanzen biologisch

Der deutsche Chemiker Justus von Liebig entdeckte im 19. Jahrhundert, dass Pflanzen Nährstoffe zum Gedeihen benötigen. Durch seine Erkenntnisse wurde die mineralische Düngung entwickelt, die den Pflanzen genau abgestimmte Nährstoffe anbietet. Grundlage für diese Entwicklung waren die bereits im 19. Jahrhundert ausgelaugten Böden, die die wachsende Bevölkerung ernähren mussten. 

An die biologischen Zusammenhänge und die ökologischen Folgen dachte damals noch niemand. 

Heute wissen wir, dass mineralische Düngung zu Humusabbau, Erosion, Belastungen des Grundwassers und vielen weiteren Umweltprobleme führt.

Dabei gibt es viele, auch altbekannte, Methoden, um den Boden fruchtbar und nährstoffreich zu halten und Pflanzen direkt ökologisch zu düngen.

Kompost

Hier entsteht wertvoller Dünger

Die wichtigste Nahrungsquelle für deinen Garten ist und bleibt Kompost. Bei der Kompostierung wird aus Garten- und Küchenabfällen wertvoller, nährstoffreicher Humus. Dünge im Frühling sämtliche Bereiche in deinem Garten mit Kompost. Das sind neben den Gemüsebeeten auch Stauden, Rosen, Obstbäume und –sträucher, Hecken und sogar der Rasen. Verwende für den Rasen einen Streuwagen, über den du den Kompost dünn auf der gesamten Fläche verteilst. Spüle die kleinen Kompostteile anschließend mit einem Sprinkler oder dem Gartenschlauch zwischen den einzelnen Grashalmen ein.

Kompost ist reich an allen Haupt- und Spurenelementen – Sorgen über eine unausgewogene Ernährung musst du dir nicht machen.

Pflanzenreste

Eine einfache Form der Düngung ist, während des Jahres einfach Pflanzenreste auf dem Boden liegen zu lassen. Also z.B. gejätetes Unkraut, Reste von Gemüsepflanzen oder abgeschnittene Teile von Stauden. Grasschnitt vom Rasenmähen kannst du gezielt auf den Beeten verteilen, und im Herbst bereitet eine dicke Laubschicht die leeren Beete für den nächsten Frühling vor. 

Natürliche Düngung: lass das Laub im Herbst einfach liegen

Das passiert: die Pflanzenreste verrotten, d.h. sie werden von den Bodenlebewesen zerkleinert und verdaut. Dabei werden wieder Nährstoffe für deine Pflanzen frei.

Gründüngung

Baue gezielt Pflanzen an, die deinen Boden pflegen und düngen. Die Gründüngung (Link zu Gründüngung) ist eine Methode, die in der Landwirtschaft schon seit Jahrhunderten angewandt wird und auch im Garten deinen Boden gesund und nährstoffreich hält. Säe dazu im Spätsommer und Herbst auf deine abgeerntete Beete spezielle Gründüngungspflanzen. Das sind z.B. Phacelia, Buchweizen oder Senf. Sie nehmen die im Boden vorhandenen Nährstoffe auf und verhindern, dass sie so über den Winter in tiefere Bodenschichten oder das Grundwasser ausgespült werden. Im Winter frieren die Pflanzen ab, verrotten und geben die Nährstoffe im Frühling für die neuen Pflanzen weder frei. 

Du kannst die Gründüngung sogar direkt ins Gartenjahr einbauen. Hülsenfrüchte, das sind z.B. Erbsen, Busch- und Stangenbohnen haben einen besonderen Trick auf Lager. Sie gehen eine Kooperation mit bestimmten Bakterien ein und binden gemeinsam mit ihnen den Stickstoff aus der Luft. Die Bakterien geben den Stickstoff ab und bekommen von der Pflanze dafür verschiedene Zuckerverbindungen.

Tiermist

Du hältst Hühner oder ein Pferdehof befindet sich in deiner Nähe. Tiermist ist ein richtiger Düngerschub für dein Gemüse und Co. Rosen gedeihen besonders prächtig, wenn du sie mit frischen Pferdeäpfeln versorgst. Verwende für den Gemüsegarten allerdings etwas abgelagerten Tiermist, der mit Stroh oder Einstreu vermischt ist. Reiner, frischer Tiermist ist gerade für junges Gemüse zu scharf und würde die Keimlinge verbrennen.

Gratisdünger beim Spazieren gehen einsammeln: ein Pferdeapfel
Schafgarbe ist eine gute Zutat für Düngejauchen

Selbstgemachte Jauchen 

In keinem Bio-Garten sollte ein großes Jauchefass fehlen. Denn die Jauche hilft nicht nur Schädlinge zu bekämpfen, sondern ist auch ein hervorragender Dünger für alle Pflanzen im Garten. Neben Nährstoffen versorgst du deine Pflanzen zusätzlich mit Vitaminen und wertvollen sekundären Pflanzenstoffen, die beim Jaucheprozess frei werden.  Verwende für die Jauche eine bunte Mischung aus verschiedenen (Wild-) kräutern – je vielfältiger umso gesünder und nährstoffreicher ist die Jauche. Eine gute Jauche-Mischung besteht z.B. aus Brennnesseln, Beinwell, Ackerschachtelhalm und Schafgarbe. Dünge deine Pflanzen mit der Jauche alle 2 Wochen.

Organische Dünger

Stark zehrende Pflanzen wie Tomaten, Gurken, Melonen, Zucchini oder Paprika brauchen besonders viele Nährstoffe. Sie freuen sich über eine zusätzliche Gabe an Bio-Dünger. Organische Dünger bestehen aus natürlichen Ausgangsmaterialien, z.B. Wurmkompost, Grüngutkompost, Auszüge aus Pflanzen und einigem mehr. Die Nährstoffe liegen in gebundener Form vor – das unterscheiden sie auch von mineralischen Düngern, in denen die Nährstoffe frei und direkt für die Pflanzen verfügbar sind. Beim organischen Dünger muss sich die Pflanze hingegen „anstrengen“, um die Nährstoffe aus dem Dünger zu lösen und wächst so wesentlich gesünder und robuster. 

Der beste Dünger ist ein buntes Angebot. Versorge deine Pflanzen also nicht nur mit einer Sorte Dünger, sondern kombiniere verschiedene Methoden. So sind deine Pflanzen mit allen wichtigen Stoffen ernährt und wachsen gesund und kräftig.

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