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Samen Maier Blog

Keimsprossen und Microgreens

verfasst von DI Doris Kampas am 15. Januar 2022
in Januar, Gartenjahr

Vitamine von der Fensterbank

Superfood. Ein Begriff, von dem du immer öfter hörst oder liest. Klingt edel, Lebensmittel wie Gojibeeren und Chiasamen werden als solches verkauft. Doch Superfood stammt nicht nur von ausgefallenen Pflanzen! Du kannst es auch ganz einfach selbst ziehen –aus Samen heimischer Pflanzen direkt in deinem Wohnzimmer. Willkommen in der Welt der Sprossen und Microgreens!

Die klassische Gartenkresse – einfach anzubauen, wächst sehr schnell und belohnt dich schon nach ein paar Tagen mit ihrer angenehmen Würze.

Microgreens, Keimsprossen oder Sprossen – was ist das?

  • Keimsprossen oder Sprossen: Samen mit Wurzel, Spross („Stängel“) und Keimblättern (das sind die ersten 2 Blätter, die eine Pflanze bildet).
  • Microgreens: kleine Gemüsepflänzchen, die in ihrer Entwicklung etwas weiter als (Keim)sprossen sind und neben den Keimblättern auch schon 2 weitere Blätter (das sogenannte erste echte Blattpaar) angesetzt haben.

Die Sorten, die dir zur Auswahl stehen, sind vielfältig. Neben vielen Gemüsepflanzen kannst du sogar verschiedene Kräuter und Getreidearten als Sprossen und Microgreens anbauen. 

Wozu dieses „unfertige“ Gemüse?

  • Ein Samen beinhaltet so viele Nährstoffe, dass daraus eine ganze Pflanze wachsen kann. In einem kleinen Keimspross stecken vergleichsweise wesentlich mehr für unseren Körper wichtige Elemente als später in den einzelnen Teilen des ausgewachsenen Gemüses. Darum sind Sprossen und Microgreens eine ausgiebige Quelle von Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen.
  • In der trüben Winterzeit ist das Gemüse-Angebot in Supermarkt und Co eintönig und oft von anderen Erdteilen angereist. Wertvolle Inhaltstoffe sind durch Lagerung und lange Lieferketten reduziert. Die Sprossen kannst du einfach in wenigen Tagen zu Hause ziehen. Und das Beste:  du erntest sie direkt vor dem Verzehr. Vitaminreicher geht’s nicht!
  • Sprossenanbau vor importiertem Gemüse ist ein Beitrag zum Umweltschutz, du verringerst deinen ökologischen Fußabdruck. Als Belohnung bringen die Mini-Pflänzchen mehr Farbe in dein Zuhause und entlasten deine Geldbörse – denn der Samen ist im Vergleich zu fertig gekauften Sprossen sehr günstig. 
  • In der Küche sind Sprossen und Microgreens sehr vielfältig. Verwende sie für Aufstriche, als Zutat zum gemischten Salat, als Garnierung für die Suppe oder einfach aufs Butterbrot – die Mini-Pflänzchen bringen Würze und eine außergewöhnliche Geschmacknote auf deinen Tisch.

So sicherst du dir deine tägliche Vitaminbombe

Keimsprossen im Glas

Keimsprossen werden im Glas ganz ohne Substrat gezogen. Verzehrt wird der ganze Keimspross samt Samen, Keimwurzeln und Keimblättern. 

Du brauchst:
Ein Keimglas (das du auch selbst aus einem Einmachglas, einem Stück Gaze/Mull/Stoff/o.ä. und einem Gummiring zum Abdecken schnell basteln kannst), ein Sieb, Trinkwasser und natürlich Bio-Samen. Geeignet sind z.B. Luzerne (Alfalfa), verschiedene Kohlgewächse (Kresse, Rucola, Radieschen, Brokkoli), Buchweizen, Sonnenblumenkerne, Rote Rüben u.v.m.

Und so wird’s gemacht:

Gib die Samen in ein Sieb und spüle sie mit lauwarmem Wasser ab. Schütte die abgespülten Samen in ein sauberes Einmachglas (Keimglas), fülle dieses mit lauwarmem Wasser auf und lass die Samen über Nacht quellen. Für ein Glas benötigst du ca. zwei Esslöffel große Samen (z.B. Linsen, Sonnenblumen) oder einen Esslöffel kleine Samen (z.B. Rucola, Salate).

Leere in der Früh das Wasser aus und spüle die Samen durch – sicherheitshalber mit einem Sieb, damit keine Samen verloren gehen. Gib wieder alle Samen in das Glas und decke es mit einem Stück Gaze (Stoff oder Mull) ab und befestige es mit einem Gummiring. Stell das Glas kopfüber schräg in eine Schüssel, damit das restliche Wasser abfließen kann. 

Spüle die Samen 2-3x täglich mit Leitungswasser durch, damit sie nicht zu faulen beginnen!

Die Sprossen sind verzehrreif, wenn sie eine Länge von ca. 7–10 cm erreicht und die (oft gelblichen) Keimblättchen angesetzt haben. Das ist bei den meisten Plflanzen nach 5 bis 6 Tagen der Fall.

Microgreens am Fensterbrett

Sprossen oder Microgreens in einem Kistchen mit Substrat anzubauen ist einfach und auf jeder Fensterbank möglich. Verzehrt werden Spross und Blätter. 

Du brauchst:

Geeignete Gefäße, das passende Substrat und Bio-Samen. Praktisch ist eine Sprühflasche zum Gießen. Während du bei der Gefäßauswahl nach Lust und Laune upcyclen kannst (neben Aussaatkistchen eignen sich z.B. leere Eisboxen oder aufgeschnittene Milchverpackungen), musst du beim Substrat auf die richtigen Eigenschaften achten. Erde aus dem Garten oder klassische Blumenerden sind zu nährstoffreich und daher nicht geeignet. Das Substrat muss mager und luftig sein, Wasser aber trotzdem gut halten können. Diese Anforderungen erfüllt z.B. Anzucht- oder Kräutererde.

Mit dieser Ausrüstung kannst du in ein paar Tagen dein eigenes Superfood ernten!

Bei der Auswahl von Samen achte – gleich wie beim Anbau von Sprossen – unbedingt darauf, dass sie in Bio Qualität sind. Du kannst verschiedenste Sorten durchprobieren: von Alfalfa mit ihrem nussigen Geschmack über den aromatischen Brokkoli und pikante Radieschen bis zu scharfen Zwiebel-Keimlingen ist alles möglich! Für eine Schüssel Microgreens (z.B. ein Eis-Behältnis) benötigst du ca. 1,5 Esslöffel große Samen (z.B. Erbsen, Spinat) oder ca. 1,5 Teelöffel kleine Samen (z.B. Salate, Kresse).

Und so wird’s gemacht:

Fülle das Substrat in die Pflanzgefäße und drücke es etwas an. Es muss nicht viel sein, eine ca. 2 cm dicke Schicht ist ausreichend. Durchfeuchte das Substrat mit Hilfe einer Sprühflasche und verteile die mit Wasser abgespülten Samen gleichmäßig und dicht darauf. Weiche große oder harte Samen (Erbsen, Sonnenblumenkerne) vor dem Pflanzen für ein paar Stunden oder über die Nacht im Wasser ein. Damit beschleunigst du den Keimvorgang.

Bedecke das Pflanzgefäß zum Schluss mit Zeitungspapier oder einem sauberen Stück Küchenrolle und stelle es an einen warmen, dunklen Ort.

Kontrolliere täglich die Feuchtigkeit in der Schüssel und befeuchte die Keimlinge bei Bedarf mit einer Sprühflasche. Das Substrat darf nicht austrocknen aber auch nicht komplett nass sein. Sonst kommt es zu Fäulnis oder Schimmelbildung.

Achtung Verwechslung: viele Keimlinge bilden über der Erdoberfläche feine Haarwurzeln aus, um Wasser besser aufzunehmen. Diese können auf den ersten Blick an Schimmel erinnern. Also erschrecke nicht, wenn du die feinen Miniwurzeln siehst. Solange sich kein weißer Belag auf den übrigen Pflanzenteilen bildet und die Keimlinge nicht unangenehm oder muffig riechen, ist alles in Ordnung.

Die Radieschenkeimlinge bilden viele feine Haarwurzeln aus, um Feuchtigkeit besser aufnehmen zu können. Nicht mit Schimmel verwechseln!

Entferne die Papier-Abdeckung nach ca. 4 Tagen (spätestens, wenn die Pflänzchen sie berühren) und stelle die Schüssel auf eine helle Fensterbank ohne direkte Sonneneinstrahlung. Gieße die Keimlinge jeden Tag. Je nach Art brauchen sie jetzt noch einige Zeit, um die richtige Größe zu erreichen. Bei schnellwüchsigen Arten (Rucola, Rettich) sind das noch weitere 4 – 6 Tage, bei langsam wachsenden Arten (z.B. Rote Rüben) musst du mit weiteren 2 – 3 Wochen rechnen.

Wenn du zwischen den Keimblättern die ersten echten Blättchen siehst, ist es so weit. Du kannst mit der Ernte beginnen. Schneide die Pflänzchen direkt über der Substratoberfläche ab und schon kannst du köstliche, vitaminreiche Gerichte zaubern.

Sprossen und Microgreens genießen

Die Mini-Pflänzchen lassen sich nicht gut lagern. Ernte sie daher am besten direkt vor dem Verzehr. Genieße sie vorzugsweise roh, so bleiben die wertvollen Vitamine erhalten. 

Achtung bei Bohnen und Erbsensprossen! Die meisten Bohnengewächse enthalten im rohen Zustand den giftigen Stoff Phasin, der erst durchs Erhitzen zerstört wird. Die Microgreens aus Hülsenfrüchten stellen also eine Ausnahme dar und müssen vor dem Verzehr erhitzt werden.

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