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Samen Maier Blog

Winter-Wohlfühl-Garten für Tiere

verfasst von DI Doris Kampas am 15. Dezember 2020
in Gartenjahr, Dezember

Wildtiere brauchen zweierlei, um gut durch den Winter zu kommen: Nahrung und einen Ort zum Zurückziehen. Gärten werden dabei immer wichtiger. Denn Feldraine und wilde Wiesen sind selten geworden. Schon mit einfachen Mitteln schaffst du für große und kleine wildlebende Tiere ein Winterparadies in deinem Garten. Die gute Nachricht: je weniger du machst, desto besser.

Der tierfreundliche Garten im Winter lockt natürlich auch im Sommer viele nützliche Tiere an. Doch im Winter sind deine „Mitbewohner“ auf 2, 4, 6 oder 8 Beinen noch viel mehr auf eine gute „Einrichtung“ angewiesen. Dazu schadet etwas Unordnung nicht, ganz im Gegenteil. Denn je aufgeräumter der Garten ist, desto weniger Überwinterungsmöglichkeiten und Futter finden die Tiere. 

 

Setze auf heimische, naturnahe Pflanzen

Heimische Tierarten brauchen als Wohnraum und Nahrungsquelle heimische Pflanzen. Du lockst Wildbienen, Florfliegen, Schmetterlinge und viele weitere nützliche Insekten in deinen Garten, wenn du Wildstauden pflanzt oder einen Teil des Rasens durch eine Blumenwiese ersetzt.

Die Früchte heimischer Gehölze wie Mispeln, Schlehen, Holunder, Weißdorn oder Wildrosen sind eine wichtige Nahrungsquelle für viele Vogelarten, die bei uns überwintern. Verzichte im Herbst auf den Rückschnitt dieser Sträucher, denn ihre Beeren ernähren Drosseln, Amseln & Co.

Schaffe Behaglichkeit mit Ästen, Reisig und Laub 

Verteile zusammengerechtes Laub in einer dicken Schicht unter Sträuchern. Es schützt nicht nur die Pflanzen vor Frostschäden und winterlicher Trockenheit, sondern ist auch ein warmer Unterschlupf für viele kleine Bodentierchen. Schichte in eine abgelegene, ruhige Gartenecke einen Haufen aus abgeschnittenen Ästen oder Zweigen, Reisig und Laub auf. Die Zweige sorgen für eine luftige Struktur, damit das Laub nicht zusammensackt und zu einem nassen Klumpen wird. So schaffst du ein optimales Winterquartier für Igel, Wildhamster und Siebenschläfer, für Kröten, Molche und Eidechsen und sogar für Spinnen und Insekten (z.B. Marienkäfer).

Decke mit dem Laub auch deine Gemüse- und Blumenbeete ab. Du schützt den Boden vor Wettereinflüssen und hilfst Regenwürmern, Asseln und unzähligen weiteren Bodenlebewesen den Winter gut zu überstehen. Direkt im Laub überwintern Spinnen, Insekten oder Schmetterlingslarven.

Ein No-go: der Laubsauger!
Denn mit dem Laub saugt die laute Gebläse-Maschine auch Insekten und sogar kleine Wirbeltiere ein und verletzt oder tötet sie! 

Noch schlimmer und darum verboten: das Verbrennen von Laub und Co!

Lasse Abgeblühtes und Fruchtreste stehen

Vertrocknete Blütenstände und hohle Stängel von Blumen und Stauden haben im Winter einen besonderen Charme und sind eine optische Abwechslung in den grauen Monaten. Überdies bieten sie Zuflucht für unzähligen Insekten und kleine Tiere. Spinnen, Wildbienen, Schlupfwespen und Florfliegen überdauern hier den Winter, um im Frühling wieder gute Dienste im Kampf gegen Schädlinge zu leisten. Stehen gebliebene Samenstände von Sonnenblumen oder Disteln dienen darüber hinaus als Futter für Finken und andere Vögel.

Schneide Stauden und Co erst im späten Frühjahr zurück, nachdem die Insekten ihre Winterquartiere verlassen haben. Über kleine und große Fruchtreste von Äpfeln, Birnen, Weinbeeren oder Ribiseln freuen sich sowohl Vögel, die bei uns überwintern als auch jene, die vor ihrer Reise in den Süden noch eine Stärkung benötigen.  

Baue einen Steinhaufen

Eine Trockenmauer oder ganz einfach ein paar angehäufte Steine sind ein willkommenes Winterquartier für Eidechsen, Blindschleichen, Salamander, Teichmolche und Hummeln.

Kompost – auch als Winterquartier nützlich

Ein Komposthaufen sollte in keinem Garten fehlen. Neben seinem eigentlichen Sinn als „Dünger-Werkstatt“ ist er auch Winterquartier und Futterstelle für viele Tiere. Mistwürmer und Mistkäfer fühlen sich im Kompost genauso wohl wie Erdkröten. Und sogar der eine oder andere Igel nutzt ihn gerne für seinen Winterschlaf.

Direkte Tier-Hilfe – mitten im Winter

Für Vorbereitungen ist es jetzt schon zu spät, aber du kannst im Winter noch einiges unternehmen, um deine tierischen Freunde im Garten zu unterstützen. 

Igel & andere Winterschläfer

Igel, Siebenschläfer und Fledermäuse haben ihre Winterquartiere bereits bezogen. Wenn du weißt, wo sie sich verstecken, dann störe sie nicht. Jede Stresssituation kostet sie viel Energie und verringert ihre Chance zu überleben. 

Das heißt: verzichte auf große Aufräumarbeiten im Winter – auch wenn die Tage einladend mild sind. Und lass auch im zeitigen Frühjahr deinen grünen Daumen noch im Wollhandschuh eingepackt. Räume die Laubhaufen erst weg, wenn die Tiere ihre Winterverstecke verlassen haben. Je nach Witterung ist das gegen Mitte oder Ende April. 

Eichhörnchen

Eichhörnchen halten im Gegensatz zu Igeln keinen Winterschlaf, sondern nur Winterruhe. Sie sind weniger aktiv als im Sommer, gehen aber trotzdem auf Nahrungssuche. Für die magere Jahreszeit legen sie schon im Sommer Vorräte an und graben dafür Samen und Nüsse im Boden ein. Problematisch wird es, wenn länger anhaltende Fröste kommen. Der Boden wird dann so hart, dass die Eichhörnchen ihre Futtervorräte nicht mehr ausgraben können.

Du hilfst ihnen mit einer oder mehreren Futterstellen, die du mit Hasel- und Walnüssen, verschiedenen Samen, Eicheln oder Zapfen befüllst. Befestige das Futterhäuschen möglichst hoch an einem Baum, wo die puscheligen Tierchen von Katzen und Mardern unbemerkt bleiben. Da das Futter vor Feuchtigkeit geschützt sein sollte, braucht das Futterhäuschen eine Abdeckung – am besten ein bereits eingebautes Dach.

Vögel

Auf der Beliebtheitsskala ganz oben steht das Füttern von Vögeln. Kein Wunder, denn damit sorgst du nicht nur fürs Wohl der Tiere, sondern auch für tolle Beobachtungs-Erlebnisse.

Darauf gib acht:

  • Bringe das Futterhäuschen an einem sicheren Ort an – es soll unerreichbar für Katzen und Marder und in sicherer Entfernung von Fenstern und Glasscheiben sein.
  • Schütze das Futter vor Schnee und Regen, damit es nicht nass und schimmlig wird. Schimmeliges Futter schadet den Vögeln.
  • Vermeide große Sitzflächen, damit die Tiere nicht im Futter sitzen. Sonst verunreinigen sie es mit ihren Exkrementen, was zur Übertragung von Krankheiten führen kann.
  • Verwende artgerechtes Futter. Brot und Gebäck sind als Vogelfutter nicht geeignet. Mit der Wahl der angebotenen Nahrung beeinflusst du, welche Vogelarten in deinen Garten kommen. Mit Körnern oder Erdnussbruch, lockst du Meisen, Finken, Sperlinge und andere Körnerfresser an. Die Weich- oder Fettfutterfresser freuen sich dagegen über Haferflocken, Rosinen und Obst. Dazu gehören z.B. Amseln, Rotkelchen und Zaunkönige. Fast alle Vögel freuen sich über Sonnenblumenkerne oder fertige Meisenknödel, eine Kombination von Körner- und Fettfutter.

Fische und Amphibien

Einige Amphibien wie Teich-, See oder Grasfrosch überwintern am Grund des Teichs im Schlamm. Für sie ist es wichtig, dass du den Gartenteich offen hältst – die Oberfläche darf nicht komplett zufrieren. Gase, die bei Zersetzungsprozessen entstehen, könnten sonst nicht entweichen und die Tiere würden ersticken. Das gilt auch für andere Bewohner des Teiches wie Fische oder Insekten.

Mit einem reichhaltigen Nahrungs- und Wohnungsangebot, einem etwas „unordentlichen“ Garten und viel Abwechslung freust du dich über viele kleine und große Besucher in deinem Garten – auch im Winter!

Fotocredits:
©bio-garten
©adobestock

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