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Samen Maier Blog

Nützlinge – kleine Helfer im Garten

verfasst von Samen Maier am 15. Juni 2021
in Gartenjahr, Juni

Du beginnst freudig mit dem Rundgang durch deinen Garten und dann DAS! Eingerollte Blätter und klebrige Blüten an Rosen und Stauden, verkümmerte Triebspitzen an Obstbäumen, buchtig ausgefressene Blätter an Beeren- oder Ziersträuchern und der eben noch so schön gewachsene Kohlrabi wird von der weißen Fliege ruiniert! Du und deine Pflanzen sind Opfer von Blattläusen, Dickmaulrüssler, weißer Fliege und anderen lästiger Tierchen geworden – den sogenannten Schädlingen. Greif nicht sofort verärgert zur Giftspritze – es gibt eine bessere Lösung, deinen Pflanzen zu helfen: Nützlinge! Tauche in die Welt der kleinen Wundertierchen ein und lies, wie du Nützlinge in deinem Garten förderst und sie gezielt gegen Schädlinge einsetzt.

Nützlinge sind ganz allgemein Tiere, die uns im Garten und Haus dabei helfen unsere Pflanzen zu schützen und zu fördern. Das machen sie auf vielfältige Weise. Deine Katze, indem sie Wühlmäuse fängt und sie daran hindert, an Karotten zu knabbern. Oder Igel, Eidechsen und Laufkäfer, die Eigelege von Schnecken oder sogar Schnecken selbst auf ihrem Speiseplan haben.

Besonders wichtige Nützlinge sind neben der Honigbiene die Hummeln, Mauer- und Wildbienen, sind sie doch unverzichtbar für die Bestäubung unserer Obst- und Gemüsepflanzen.

Neben diesen großen, bekannteren Nützlingen gibt es noch die Gruppe der kleinen bis winzigen Helferlein. Zu ihnen gehören Insekten, Spinnentiere und sogar Würmer, Bakterien und Viren. In einem bunten Bio-Garten kommen diese Tiere ganz natürlich vor und halten Schädlinge meist im Schach. Sollten die Schädlinge trotzdem überhandnehmen, kannst du manche Nützlinge sogar zukaufen.Achte darauf, dass du Nützlinge nicht mit den unerwünschten Insekten verwechselst und versehentlich entfernst.

5 wichtige Nützlinge im Portrait

Marienkäfer

Der wohl bekannteste Nützling ist der Marienkäfer.  Du kennst sicher den roten 7- Punkt Marienkäfer. Neben ihm gibt es etwa noch 70 weitere Marienkäfer-Arten mit verschiedenen Farben und Punktezahlen. Marienkäfer mit 2, 6, 10, 14, 22 oder sogar 24 Punkten auf ihren Deckflügeln kommen ebenso vor wie Arten komplett ohne Punkte. Das Farbspektrum erstreckt sich von gelb, orange, rot über braun bis schwarz. Sowohl erwachsene Käfer als auch ihre Larven sind wahre Blattlaus-Fressmaschinen. Ein Käfer vertilgt bis zu 50 Blattläuse am Tag, die Larve sogar 100 Läuse. Neben den Blattläusen schmecken dem Marienkäfer auch Blasenläuse, Gallenläuse, Thripse, Spinnmilben, Schildläuse und manche Arten ernähren sich sogar von Mehltau oder Schimmelpilzen.

Marienkäfer legen ihre Eier direkt in Blattlauskolonien, damit die geschlüpften Larven sofort etwas zu Essen finden. Die Larve ist länglich mit 6 Beinen, graublau mit gelb bis orangenen Punkten oder Streifen am Rücken. Eine Marienkäfer-Larve solltest du unbedingt erkennen, um sie nicht versehentlich von deinen Pflanzen zu entfernen.

Marienkäfer legen 2 x im Jahr Eier ab, einmal im Frühling und dann wieder im Spätsommer. Die Sommergeneration überwintert unter Laub, in Schuppen, Dach- oder Hausritzen.

2-Punkt Marienkäfer kannst du sogar kaufen und als Nützlinge gezielt einsetzen.

 

Florfliege

Ihr zweiter Name macht ihr alle Ehre – sie wird auch als Blattlauslöwe bezeichnet. Außerdem frisst sie Spinnmilben, Blutläuse, Schildläuse und sogar Fliegenlarven. Genau genommen sind nur die wieselflinken, kleinen, schwarzen Larven Blattlausjäger. Die erwachsenen Florfliegen ernähren sich von Pollen, Nektar und dem Honigtau der Läuse. Florfliegen kannst du nicht verwechseln. An ihrem länglichen, grünen Körper sitzen grün schimmernde, fein geaderte, durchscheinende Flügel.  Der Kopf trägt lange, nach hinten gestreckte Fühler, die Augen sind goldfärbig. Florfliegen legen ihre Eier an Stielen auf die Unterseite von Blättern ab. Nach etwa 2 Wochen schlüpfen die Larven und beginnen sofort mit ihrer Jagd nach Läusen und Co.  

Gekaufte Florfliegen kommen als Larve, meist auf einem Karton oder als Streupulver. Schüttle oder streue die Tierchen einfach in die Nähe der Schädlinge aus, sie finden dann rasch von alleine ihren Weg zum Futterplatz. 

Es gibt 2 Florfliegen-Generationen pro Jahr, die erwachsenen Insekten überwintern an geschützten Stellen im Garten oder Haus.

Schweflige “Bacillus thuringiensis”

Sie sehen gefährlich aus, sind es aber nur für Blattläuse und Co. Da sie nicht wählerisch sind, fressen die Larven der Schwebfliegen auch weiße Fliegen, Spinnmilben, Schildläuse, Zikaden, Fliegenlarven, Schmetterlingsraupen, Raupen von Blattwespen und einiges mehr. 

Die erwachsenen Schwebfliegen erinnern im ersten Moment an Wespen. Mit dieser Tarnung schützen sie sich vor Feinden. Aber keine Angst, Schwebfliegen sind für dich vollkommen ungefährlich und du kannst sie auf den zweiten Blick gut von Wespen unterscheiden. Ihr Körper ist kleiner und schlanker und durch ihren schnellen Flügelschlag stehen sie häufig in der Luft.

Die Schwebfliegen sind die ersten Blattlaus-Jäger im Jahr. Sie legen ihre Eier schon sehr zeitlich zu den Blattlauseiern und können somit eine größere Verbreitung vorab eindämmen. Erwachsene Schwebfliegen ernähren sich von Pollen und Nektar.

Nematoden

Die länglichen, einfach gebauten Tiere werden auch Fadenwürmer genannt. Es gibt zahlreiche Arten, die rund um die Welt verteilt sind. Um zu überleben, benötigen sie Feuchtigkeit, darum ist der Erdboden ihr bevorzugter Lebensraum. Nematoden leben räuberisch und befallen Pflanzen, Tiere und sogar Menschen. Allerdings ist jede Nematoden-Art sehr spezialisiert, d.h. sie sind immer nur für einen Wirt gefährlich. Darum sind sie auch ein guter Nützling und du kannst sie ganz konkret gegen bestimmte Schädlinge verwenden. Für den biologischen Pflanzenschutz werden Nematoden gezielt gezüchtet. Mittlerweile gibt es Nematoden gegen Trauermückenlarven, Thripslarven, Wiesenschnacken, Gartenlaubkäfer, Maulwurfsgrillen und Dickmaulrüssler.

Die Ausbringung von Nematoden erfolgt so: löse sie in Wasser auf (Menge je nach Packungsangabe), rühre das Gemisch gut um und gieße dann die befallenen Bereiche (z.B. Blumentöpfe, Hochbeete, Hecken…) damit. Wichtig ist, dass du die Erde nun immer gut feucht hältst. Und das passiert: die Nematoden befallen die Larven (z.B. von Trauermücken, im Blumentopf) und töten sie ab.

Du brauchst dir keine Sorgen zu machen, dass die Nematoden dich, deine Familie oder deine Haustiere befallen, da sie nur ganz konkret gegen den Schädling wirken, für den sie zugelassen wurden.

Seit mehreren Jahren gefürchtet:
der Buchbaumzünsler. Er lässt sich gut mit Bacillus thuringiensis Präparaten in Schach halten

Bacillus thuringiensis

Sogar Bakterien und Viren lassen sich zur Schädlingsbekämpfung verwenden. Ein Beispiel ist Bacillus thuringiensis. Wie der Name schon sagt, handelt es sich dabei um Bakterien aus der Gattung Bacillus, ist also eine Bazille. Diese Bazillen produzieren Stoffe, die für bestimmte Insekten giftig sind. Im biologischen Pflanzenschutz wurden daher aus B. thuringiensis Präparate entwickelt, die ganz konkret gegen bestimmte Schadraupen, wie z.B. gegen Buchbaumzünsler oder Frostspanner wirksam sind.

So förderst du Nützlinge im Garten

 „Größeren“ Nützlinge und nützliche Insekten lockst und hältst du mit zwei Dingen im Garten.

  1. mit Lebensraum
  2. mit Nahrung

Lebensraum schaffst du mit einem möglichst bunten, nicht allzu aufgeräumten Garten. Größere Nützlinge wie Igel oder Eidechsen freuen sich über einen Laub- oder Asthaufen und einige übereinander geschlichtete Steine. Die Insekten finden in einem Nützlingshotel, aber auch in einem ungemähten Wiesenfleck, in abgeblühten Stauden- und Blumenresten und in Rinden von Sträuchern und Bäumen Unterschlupf.

Der bunte Garten bietet gleichzeitig Nahrung für die Nützlinge. Achte darauf, dass immer etwas blüht, dann finden Florfliegen und Co genug Nektar und Pollen. Und ein paar Schädlinge im Garten kannst du gelassen tolerieren, denn ein Gleichgewicht zwischen Nützlingen und Schädlingen wird sich rasch einstellen.

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