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Samen Maier Blog

Frühstart – Anbau im Gewächshaus

verfasst von DI Doris Kampas am 1. Februar 2022
in Gartenjahr, Februar

Die Sonne strahlt in den ersten Frühlingstagen und beim Blick aus dem Fenster freust du dich, sofort im Garten loszulegen. Doch sobald du einen Schritt vor die Türe setzt, pfeift kalter Wind um deine Ohren und die paar Plusgrade lassen die Lust aufs Gärtnern rasch wieder vergehen. 

Für Samen oder Jungpflanzen ist es ähnlich. Die Bodentemperatur Anfang März ist für das regelmäßige Auflaufen der Samen noch zu niedrig und ersten Keimlingen machen die wechselnden Tag/Nacht Temperaturschwankungen zu schaffen. Im Haus vorgezogenen Jungpflanzen würden einen Kälteschock erleiden und manche den „Umzug“ ins Freie gar nicht überleben. 

Beim Anbauen in einem Gewächshaus brauchst du dir diese Gedanken nicht zu machen. 

Durch den sogenannten Glashauseffekt erwärmen die Sonnenstrahlen das Innere des Gewächshauses, beginnend mit dem Boden und der Raumluft. Da kaum Luftaustausch mit der Außenluft stattfindet, kühlt die Temperatur im Glashaus auch in der Nacht weniger ab. Das warme Klima im Gewächshaus ermöglicht dir, einige Wochen früher mit dem Anbau zu beginnen.

Und noch viel mehr spricht für ein Gewächshaus:

  • Vorziehen von Jungpflanzen

Da diese rundum Licht bekommen, entwickeln sie sich im Vergleich zum Vorziehen auf der Fensterbank kompakter und gesünder.

  • Gärtnern auch bei schlechtem Wetter

Regen oder eisiger Wind kann dir nichts mehr anhaben, wenn du nach deinen Pflanzen sehen willst.

  • Schutz vor Krankheiten und Schädlingen

Schnecken und andere Schädlinge haben es schwer, in ein gut abgedichtetes Gewächshaus zu kommen. Pflanzen, die empfindlich auf Feuchtigkeit reagieren, bleiben gesund – so sind z.B. Tomaten vor der Braun- und Krautfäule geschützt oder Melonen vor Mehltau.

  • Verlängern der Gartensaison

Kälteempfindliche Pflanzen leben länger und Herbst- und Wintergemüse wächst üppiger und gesünder.

  • Bequemes Gärtnern

Nicht nur die Pflanzen, auch die Gärtner*innen haben es gemütlicher. Mit Hilfsmitteln wie Pflanztischen, klappbaren Regalen oder Rankvorrichtungen, die einfach an der Decke angebracht werden, ist das Gärtnern bequem und geht flott von der Hand.

Am Boden gärtnern oder doch besser auf Pflanztischen?

Bei der Anlage eines Gewächshauses musst du zuerst eine Entscheidung treffen: soll der Boden befestigt sein oder offen? Also gärtnerst du lieber auf Pflanztischen, Regalen und in Trögen und Töpfen oder direkt im gewachsenen Boden.

Gewächshäuser mit befestigtem Boden eignen sich vor allem zum Vorziehen von Jungpflanzen, zum Anbau in großen Pflanzkübeln und Töpfen und zum Überwintern kälteempfindlicherer Gewächse. Die Ausstattung mit „Einrichtungsgegenständen“ wie Tischen, mobilen Pflanzregalen, Schränken oder kleinen Kästchen zur Aufbewahrung von Töpfen oder Handwerkzeug ist möglich. Die Reinigung von Gewächshaus und Boden ist einfach, aufwändig ist hingegen die Manipulation mit der Erde – also das Tauschen und neue Befüllen von Pflanzgefäßen und Kübeln.

In Gewächshäusern mit offenem Boden gärtnerst Du einfach direkt in der vorhandenen Erde. Das funktioniert gut bei gewachsenen, tiefgründigen Böden, die du wie „normale“ Gartenbeete pflegst – also mit regelmäßiger Zugabe von Kompost, Fruchtfolge beim Anbau und Zugabe von Bio-Dünger. 

Ideal ist aus meiner Sicht eine Kombination aus Beidem. Also ein befestigter Teil zum Gärtnern auf Tischen für die Anzucht von Jungpflanzen und die Aufbewahrung kleiner Gegenstände und ein „offener“ Teil in den du direkt anbaust.

Wichtige Ausstattungen für dein Gewächshaus

 Damit deine Pflanzen sich rund ums Jahr im Gewächshaus wohlfühlen und gut gedeihen, benötigst du einige Hilfsmittel.

  • Wasseranschluss: achte darauf, dass sich in bzw. in der Nähe deines Gewächshauses ein Wasseranschluss befindet. Denn im Gewächshaus verbrauchen die Pflanzen durch ihr üppiges Wachstum einerseits mehr Wasser als in freier Natur, andrerseits entfällt die „natürliche“ Bewässerung durch Regen. Wenn du nicht regelmäßig Gießkannen schleppen willst solltest du an den Einbau einer Bewässerung denken.
  • Lüftung: um einen Hitzestau oder zu hohe Luftfeuchtigkeit zu vermeiden, musst du regelmäßig lüften. 20 Prozent der Glasflächen sollten dabei zu öffnen sein. Das sind die Türe und Fenster, die sich entweder in der Seitenwand oder im Dach des Glashauses befinden. Automatische Fensteröffner reagieren auf zu hohe Innentemperaturen und öffnen die Fenster selbständig. Ideal ist ein Gewächshaus mit zwei gegenüberliegenden Türen. Sind beide geöffnet, zieht es regelrecht durch und es kommt zu einem raschen Luftaustausch.
  • Beschattung: an sehr sonnigen und warmen Tagen kann es durch den Brennglaseffekt zu Verbrennungen und Schädigungen der Pflanzen kommen. Eingebaute Beschattungssystem wie Rollos, Beschattungstücher oder Jalousien schaffen Abhilfe.
  • Ösen und Halterungen an der Decke: besonders praktisch sind Vorrichtungen an der Decke, an denen du etwas befestigen kannst. Ranknetze oder Schnüre sind ideale Klettervorrichtungen für Gurken, Kürbisse oder Melonen und an Schnüren bindest du die Tomatenpflanzen auf. An den Halterungen oder Querstangen kannst du auch Pflanzenampel anbringen – so vergrößerst du deine Anbaufläche.
  • Tische, klappbare Regale, Kästchen: für das Anbauen und Vorziehen sind Tische oder Regale ideal, da du mit ihnen ganz bequem gärtnerst. Mobile Tische auf Rollen sind flexibel –stelle sie einfach dorthin, wo gerade Platz ist. Ausklappbare Regale erhöhen deine Anbaufläche. Sie sind vor allem für Glashäuser mit Bodenbeeten eine tolle Ergänzung, da du die Anbaufläche vergrößerst und im Frühjahr Platz für Jungpflanzen hast. Ein kleines Vorratskästchen sollte in keinem – noch so kleinen Gewächshaus -fehlen. Hier bewahrst du kleine Werkzeuge wie Handschaufel, Pikierholz oder Gartenhacke auf und verstaust kleine Anzuchtschalen und Töpfe.
  • und zu guter Letzt: die absolut wichtigste Ausstattung: das BIO Saatgut

Anbauen im Gewächshaus

Wenn du nicht gerade Besitzer*in eines Schlossgartens bist, ist der Platz im Gewächshaus begrenzt. Verwende es daher vor allem für Pflanzen, die im Freien nicht so gut gedeihen, für die Anzucht von Jungpflanzen und zur Saisonverlängerung.

Hier findest du einen kleinen Überblick, wann du welches Gemüse direkt säst und/oder vorziehst:

Ausklingende Winter/Anfang Frühling:

Direkt säen in Bodenbeete: Kopf- und Pflücksalate, Spinat, Radieschen, Rettich, Feldsalat, Rucola, Gartenkresse, Kohlrabi 

Vorziehen in Töpfen: Kopf- und Pflücksalat, Romanasalat, Eisbergsalat, Kohlrabi, Mangold, Schnittlauch

März/April:

Direkt säen in Bodenbeete: Salate, Mangold, Kohlrabi, rote Rüben, Schnittlauch, Petersilie, Schnittknoblauch

Vorziehen in Töpfen: Kräuter, Salate, Mangold, rote Rübe, Kohlrabi, Weiß- und Rotkraut, Lauch, Brokkoli, Kohlsprossen. Ab Ende März: Tomaten, Paprika, Chili, Mais. Ab Anfang/Mitte April: Melonen, Gurken, Zucchini, Kürbis

Mitte Mai:

Vorgezogenen Jungpflanzen in Bodenbeete setzen: Tomaten, Paprika, Chili, Melonen, Gurken, Zucchini, Kürbis, wärmeliebende Kräuter

Vorziehen in Töpfen: Sommersalate, rote Rübe, Rucola für den 2. und 3. Satz zum Umziehen ins Freie

Mitte August bis Ende September:

Direkt säen oder vorgezogene Jungpflanzen in Bodenbeete setzen: Endiviensalat, Chinakohl, Zuckerhut, Pflücksalate, Wintergemüse wie Asia-Salate, Feldsalat, Rucola, Winterkresse, Winterportulak, Spinat, Radieschen

Achte beim Anbau im Gewächshaus darauf, dass die Beete wieder abgeerntet sind, bevor die nächsten Pflanzen an die Reihe kommen. Im zeitigen Frühjahr setzt du also z.B. Pflücksalat und Radieschen direkt in die Bodenbeete. Ernte sie bis spätestens Mitte Mai ab, denn dann kommen schon Tomaten, Gurken und Co auf diese Fläche. Parallel kannst du natürlich weiterhin Salate, Rüben oder Kohlrabi vorziehen, die du dann direkt in deine Gartenbeete im Freien setzt. Im Herbst schließlich liegt der Schwerpunkt auf dem Anbau von Wintergemüse. Verwende auch hier vorgezogenen Jungpflanzen, so hat das Sommergemüse noch etwas mehr Zeit im Beet. Der Fruchtwechsel sollte dann spätestens Ende September erfolgen, dann holst du auch im Winter täglich frisches Gemüse aus deinem Gewächshaus. 

Fotocredits:
©bio-garten
©adobestock

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