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Samen Maier Blog

Samen selbst ernten

verfasst von Samen Maier am 15. September 2021
in Gartenjahr, September

Warum du samenfeste BIO Samen anbauen solltest

Samen begleiten Menschen nicht erst seit sie sesshaft geworden sind. Denn schon nomadisierende Stämme der Urzeit sammelten Samen und Körner für ihre Ernährung. Es wird vermutet, dass Jäger- und Sammlerstämme bestimmte Routen wählten, auf denen sie regelmäßig dieselben Plätze aufsuchten.

Und dort – so die Theorie der Archäologen – entdeckten sie, dass aus zurückgelassenen Samenresten neue Pflanzen gewachsen waren, die wiederum neue Samen trugen. Mit der Zeit ließen sie an mehreren Plätzen gezielt Samen zurück, um im nächsten Jahr die Erträge zu ernten. Irgendjemand bemerkte dann, dass aus Samen schöner und großer Mutterpflanzen meist ebenso schöne und große neue „Kinder“-Pflanzen entstanden. Oder dass aus großen Samen Pflanzen mit noch größeren Samen wuchsen. Diese Entdeckung führte dazu, dass Menschen sich an bestimmten Orten niederließen und ganz gezielt bestimmte Samen anbauten. Die bewusste Auslese als erste Stufe der Pflanzenzüchtung begann. Das ging natürlich nicht von heute auf morgen, sondern erstreckte sich über einen langen, Generationen umspannenden Zeitraum und fand unabhängig an verschiedenen Plätzen der Welt statt. Jede Region wählte dabei die für den vorhandenen Boden oder das lokale Klima passende Pflanzen aus – so entstanden viele typische lokale Sorten.

Viel später wurden Pflanzen miteinander gekreuzt. Getreide wurde z.B. neben ähnliches Wildgras angebaut. So erhoffte man, bestimmte Eigenschaften, wie z.B. eine bessere Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten auf die Kulturform zu übertragen. Über die Jahrtausende wurden die Züchtungen immer gezielter, den Durchbruch der gezielten Samenzüchtung brachte schließlich im 19. Jahrhundert Gregor Mendel mit der Vererbungslehre.

Heute werden Samen oft als Hybride gezüchtet und verkauft. Dazu werden zwei Inzuchtlinien miteinander gekreuzt, um ihre positiven Eigenschaften (Größe, Geschmack, Farbe) zu kombinieren. Das daraus gewonnene Saatgut gibt diese Eigenschaften Ihrer Eltern zuverlässig weiter – im Garten oder am Feld wachsen nahezu identische Pflanzen heran. 

Doch Achtung: von den Hybridpflanzen kannst du keine Samen gewinnen. Diese keimen entweder nicht oder geben an ihre Nachkommen die mühsam gezüchteten Eigenschaften nicht weiter. 

Mit Hybridsamen gerieten ganze Regionen in Abhängigkeit von Saatgutkonzernen. Denn alte, regionale Landsorten, die Kleinbauern über Jahrhunderte selbst entwickelten, verschwanden. Das Saatgut wurde einheitlicher und muss stetig nachgekauft werden. Da Hybridsaatgut sehr einheitlich ist, ist es anfälliger gegenüber Krankheiten und Schädlingen – diese passen sich besser an.

Anders verhält es bei der Züchtung von samenfesten Sorten. Die Mutterpflanzen dieser Samen sind sich sehr ähnlich, aber nicht genetisch ident. Das von ihnen gewonnene Saatgut bringt zwar sortentypische Pflanzen hervor, wie z.B. die Farbe einer Frucht oder einen bestimmten Geschmack, in Kleinigkeiten (z.B. Größe der Pflanze) können sie sich jedoch unterscheiden. Samen von samenfesten Sorten kannst du immer wieder anbauen und über einen längeren Zeitraum die Sorten sogar an deinen Garten anpassen, indem du nur die Samen der besten und gesündesten Pflanzen auswählst. 

Doch Achtung, es gibt eine Ausnahme: verzichte lieber auf den Wiederanbau von Gurken, Zucchini oder Kürbis. Falls in deiner Umgebung Zierkürbisse angebaut werden, kann durch Kreuzungen der Giftstoff Cucurbitacin entstehen. Dieser macht sich durch einen bitteren Geschmack der Früchte bemerkbar und kann im schlimmsten Fall sogar tödlich sein.

In unserem Shop findest du übrigens ausschließlich samenfeste Samen. Und natürlich sind alle Samen biologisch produziert und sorgfältig ausgelesen.

Samenernte – so einfach geht’s

Natürlich willst du dein Gemüse hauptsächlich verspeisen und deinen Blumen beim Leuchten zusehen. Doch keine Sorge, für die Samenernte reichen schon wenige Früchte. Und die Blumen sind schon abgeblüht, wenn die Samen reifen. 

Hier findest du 4 Beispiele, wie du Samen aus Früchten und Blüten gewinnst.

Tomaten

Die Früchte für die Samenernte müssen überreif sein. Lasse also auf deiner Tomatenpflanze einige Früchte so lange hängen, bis sie so weich sind, dass sie fast aufplatzen oder von der Pflanze fallen. In diesem Zustand magst du die Frucht sicher nicht mehr essen, aber ihre Samen sind nun richtig ausgereift.

Schneide die geernteten Früchte in 4 Teile und löffle den inneren, weichen Teil vorsichtig aus. Lege die Masse auf einen mit 2 Lagen Küchenrolle bedeckten Teller. Verteile die Samen samt dem noch verbliebenen Fruchtfleisch vorsichtig, am einfachsten klappt es mit deinen Händen. So ist die Gefahr am geringsten, dass du die Samen beschädigst.

Lasse die Samen nun einige Tage trocknen. Das im Inneren sehr wässrige Fruchtfleisch wird fast verschwinden und lässt sich bald von den Samen lösen. Danach trocknen die Samen noch etwa 3-4 Tage fertig.

Bewahre die Samen anschließend in Säckchen aus Papier auf. Kühl und trocken gelagert bleiben sie 5 Jahre und mehr keimfähig.

Buschbohnen

Buschbohnen, in Österreich auch Fisolen genannt, pflückst du für den Kochtopf dann, wenn ihre Bohnen noch sehr klein und kaum entwickelt sind. Denn die Hülsen werden rasch zäh und faserig, wenn sie zu lange auf der Pflanze bleiben.

Für die Ernte der Samen, also der Bohnen, ist es genau umgekehrt. Lasse die Hülsen so lange an der Pflanze hängen, bis sie braun und ungenießbar sind. Unter der Hülsenschale erkennst du schon die Samenkörner, die immer dicker und bauchiger werden. Die Samen sind reif, wenn die Hülsen aufplatzen bzw. kurz davor sind. Kontrolliere sie daher täglich, damit du die Hülsen erntest, bevor die Bohnen zu Boden fallen.

Löse die Bohnen nach der Ernte aus den Hülsen und trockne sie bei Zimmertemperatur. Sie sind fertig, wenn sie hart sind und glänzen. Bewähre sie in einem Papiersäckchen oder eine Dose an einem kühlen, trockenen Ort auf. 

Karotten

Mit Karottensamen kommst du normalerweise gar nicht in Kontakt. Denn bevor die Pflanze Zeit hat, ihre Samen auszureifen, erntest du sie schon. Der Grund: Karotten sind zweijährig, d.h. sie benötigen 2 Gartenjahre, um zu blühen und zu reifen.

Ihre Wurzel erntest du jedoch schon im ersten Anbaujahr, im Sommer, Herbst oder – wenn du sie etwas länger im Beet lässt – als Wintergemüse.

Lasse für die Samengewinnung einige Karotten den Winter hindurch im Beet. Im Frühjahr streckt sich die Pflanze alsbald und bildet große, gelbe Doldenblüten. Diese sind eine willkommene Nahrungsquelle für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten. Doldenblüten bestehen aus vielen, kleinen Einzelblüten, die kaum größer sind als ein Stecknadelkopf. Nach dem Blühen reifen darin rasch Samen. Die große Dolde wird braun, jetzt ist es Zeit für die Samenernte. Schneide die gesamte Dolde vorsichtig mit einer Gartenschere ab und klopfe sie über einer Küchenrolle oder einem Tuch aus. Es fallen viele kleine, schwarze Samen aus der Blüten. Trockne die Samen für einige Tage im Haus – anschließend kommen auch sie bis zur Aussaat gut verwahrt an einen kühlen Ort.

Sonnenblumen

Sonnenblumenkerne sind nicht nur praktisch zum Wiederanbauen. Du kannst sie auch zum Knabbern, Backen und fürs Müsli verwenden. Oder du bewahrst sie als Vogelfutter für den Winter auf. Egal, wie du die Samen der Sonnenblume verwenden willst, wichtig ist der richtige Erntezeitpunkt.

Im Spätherbst verliert die Sonnenblume langsam ihre leuchtenden Blütenblätter. Übrig bleibt der innere, braune Teil der Blüte, dort sind die Kerne. Ein Blick auf die Rückseite der Blüte hilft dir, den Reifegrad zu erkennen. Ist der Übergang von Blüte zu Stängel noch grün, ist es noch zu früh. Warte, bis Stängel und Blütenrücken braun und trocken sind. Schneide den Kopf mitsamt 30 cm Stängel ab und umhülle die Blüte mit einem Papiersack, den du z.B. mit einer Schnur oder einem Gummiband befestigst. Hänge im Haus die Blütenköpfe am Stängel kopfüber auf. Die Samen fallen nun direkt in den Papiersack. Hilf mit etwas rütteln und schütteln nach. Lass die Pflanze einige Tage so hängen, damit die letzten Samen nachreifen und ausfallen.

Spüle die ausgefallenen Samen mit lauwarmem Wasser ab und entferne Verschmutzungen und Pflanzenreste. Trockne sie dann für einige Tage im Haus – und ab damit in die Vorratsdose.

Die Samenernte ist dir zu mühsam? Ein kleiner Tipp dazu: lasse einfach ein paar reife Früchte oder abgeblühte Blüten im Garten zurück. Die Samen fallen zu Boden oder werden von kleinen Tieren verschleppt. Im nächsten Frühjahr erwarten dich einige Überraschungen in deinen Beeten. 

Fotocredits:
©bio-garten
©adobestock

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