Inspirationen und Tipps für das neue Gartenjahr

Anzuchttöpfchen mit Erde und ersten kleinen Pflänzchen

Zwischen Weihnachtstrubel und Schiurlaub, zwischen Schneegestöber und Eislaufen am gefrorenen See keimt in dir die Sehnsucht nach erstem Grün? Wenn draußen noch alles ruht, ist die beste Zeit, um dir ganz entspannt Ideen für den Frühling zu holen, dich gemütlich vorzubereiten und deinen grünen Daumen sanft zu trainieren. 

Lass dich inspirieren

Angenehmer geht’s nicht: Schmökere mit einer Tasse Tee aus eigener Ernte (interner Link zum Tee-Artikel) und eingekuschelt in eine warme Decke in Gartenbüchern, Garten-Zeitschriften oder Youtube-Kanälen und hole dir Inspirationen fürs neue Gartenjahr. 

Egal, ob du deinen Garten neu- oder umgestalten willst, Anleitungen für Mischkulturen brauchst, im nächsten Frühling Schädlinge erkennen möchtest oder Tipps für dein Hochbeet brauchst – bei unserer Gartenliteratur wirst du fündig. 

Wenn du lieber in YouTube stöberst, dann sieh doch mal auf unserem Kanal @SamenMaierGmbH vorbei. In kurzweiligen Videos dreht sich alles rund ums Anbauen, Pflegen und Ernten. Mal besuchen wir Kompostwürmer bei der Arbeit, ein anderes Mal ernten wir Kürbissamen oder wir zeigen dir, wie du die das Superfood Hülsenfrüchte anbaust. Ein Highlight sind unsere 16 Disziplinen Olympische Gärtnern – Spitzenleistungen garantiert!

Lege ein Garten-Tagebuch an

Nach so vielen Anregungen ist träumen erlaubt. Schreib frei von der Leber weg deine Gartenwünsche auf. Zum Beispiel, welches besondere Gemüse du erstmal anbauen willst, ob dich eine ausgefallene Sorte anspricht oder wo du eine leuchtende Blumenecke planst. Damit deine Gedanken nicht verloren gehen, legst du dir am besten ein Garten-Tagebuch an. Hier ist neben deinen Wünschen Platz für Pflanzpläne, Aufzeichnungen zu Saat- und Düngeterminen, Notizen zu Schädlingen, Erfolgen und kleinen Misserfolgen.  Dein Garten-Tagebuch befreit dich von der Zettelwirtschaft und wird mit der Zeit ein wertvoller Begleiter und Leitfaden.

Schaffe Ordnung im Gartenschrank

Statt Hektik im Frühling ist im Winter genug Zeit, um deine Gartensachen zu ordnen.

Bio-Samen
Sichte dein Saatgut: von welchem ist genug da, welches fehlt und von welchem sind nur mehr wenige Körner in der Packung. Kontrolliere das Haltbarkeitsdatum, denn abgelaufenes Saatgut keimt langsamer und lückenhaft. Merke fehlende Samen und neue Wunschsorten zum Bestellen vor. 

Anzuchtschalen und Töpfe
Sortiere und reinige deine Anzuchtgefäße. Kontrolliere besonders Töpfe aus Kunststoff auf Löcher und Risse und halte gegebenenfalls Ausschau nach plastikfreien Alternativen. Vergessene Kunststofftöpfe im Garten könnten Mikroplastik hinterlassen, dass bei weiterem Zerfall von deinen Pflanzen aufgenommen wird und auf deinem Teller landet.  Für die Anzucht deiner Jungpflanzen eignen sich stattdessen Pflanzgefäße aus Kokos-, Holz- und Hanffasern, aus Metall oder klassische Tontöpfe. An deren Außenseite entstehen oft Kalkablagerungen – verursacht durch Wasserverdunstung. So entfernst du sie: lege die Töpfe für 1-2 Stunden in eine verdünnte Essiglösung und schrubbe verbleibende Kalkreste mit einer Bürste ab. Danach sieht der Topf (fast) wie neu aus.

Werkzeug
Reinige und öle dein Handwerkzeug. Rostige Stellen beseitigst du mit einem Rostspray, stumpfe Scheren schleift du entweder selbst mit einem Schleifstein oder du bringst sie zum Messerschleifer. Tausche, soweit möglich, defekte Teile eines Werkzeuges gegen Ersatzstücke aus, z.B. Federn oder Klingen. Kontrolliere, ob Griffe und Werkzeugteile gut miteinander verbunden sind und schraube bei Bedarf einen lockeren Holzgriff wieder fest.

Bereite die Anzucht von Jungpflanzen vor

Unabhängig davon, ob du bereits ein Lieblingsplätzchen für die Anzucht deiner Jungpflanzen hast oder erst eines schaffen musst, ein paar Voraussetzungen sollte der Platz erfüllen. Die optimalen Temperaturen liegen zwischen 20-25° C, der Anzuchtplatz soll hell sein, aber nicht zugig und leicht zugänglich. Gleichzeitig dürfen die Töpfe nicht im Weg stehen. Wenn du sie fürs Lüften ständig hin- und herräumen musst, ist das nicht nur für dich mühsam, sondern auch Stress für die jungen Keimlinge.

Ist der richtige Platz gefunden, kannst du für die Aussaat folgendes vorbereiten: 

  • Samenfeste Bio-Samen
  • Beschriftungs-Etiketten
  • Wasserfester Stift
  • Torffreie Bio-Anzuchterde
  • Anzuchttöpfe oder Anzuchtschalen  
  • Sprühflasche
  • Ev. eine Abdeckung

Erste Anbauprojekte auf Fensterbank und Co

Für die meisten Gemüse- und Blumensamen geht´s erst im März los, doch bei einigen Arten kannst du bereits Ende Jänner/Anfang Februar loslegen. Dazu gehören:

  • Frühe Salate: manche Salatsorten wachsen im Frühbeet oder abgedeckten Hochbeet, wenn es rundherum noch kalt ist. Pflanzt du
    vorgezogene Salate, geht es besonders schnell und du erntest schon im März. Frühe Salatsorten sind Grazer Krauthäuptel 2, Asia-Salate, Pflücksalat Venezianer, Pflücksalat Lollo Bionda und Romanasalat Valmaine.
  • Frühe Kohlsorten: auch Kohl darf bereits früh in den Garten. Mit Jungpflanzen verlegst du deine Ernte um 2-3 Wochen nach vorne und darfst dich bald über Kohlrabi, Frühkraut oder erste Brokkoliröschen freuen. 
  • Jungpflanzen mit langer Entwicklungsdauer: z.B. Lauch, Zwiebel, Sellerie, Tomatillo, Andenbeere, Chili und Paprika.
  • Kräuter: auch hier haben einige eine lange Entwicklungszeit. Kräuter müssen nicht unbedingt ins Freie übersiedeln, auf der Fensterbank sind sie stets griffbereit.

So gelingt die Jungpflanzenanzucht
in 8 Schritten:

Schritt 1: Beschrifte die Etiketten mit Gemüsenamen und -sorte, um späteren Verwechslungen vorzubeugen.

Schritt 2: Befülle das Anzuchtgefäß mit Bio-Anzuchterde. Verwende torffreie Erde, diese ist besser fürs Klima und den Schutz der Moore. 

Schritt 3: Stecke die Etiketten in die jeweiligen Reihen und ziehe mit einem Löffel oder dem Finger kleine Furchen in die Erde.

Schritt 4: Säe die Samen dünn in der Reihe aus.

Schritt 5: Drücke die Samen vorsichtig mit den Fingern fest. 

Achtung Lichtkeimer: decke diese nicht mit Erde ab, da sie Licht zum Keimen brauchen. Alle anderen Samen deckst du leicht mit Erde zu. 

Schritt 6: Besprühe Samen und Erde vorsichtig mit einem schwachen Sprühstrahl. Dieser darf nicht zu stark sein, um die Samen nicht zu verschlämmen. 

Schritt 7: Decke deine Anzuchtschale bei Bedarf mit einer Haube ab. So entsteht ein warmes und feuchtes Kleinklima, das die Keimung fördert. Lüfte täglich, um Schimmelbildung zu vermeiden. 

Schritt 8: halte die Erde stets feucht, denn die Samen saugen Wasser auf, quellen und keimen schließlich. Trocknet der Samen aus, stirbt der junge Keimling. 

Je nach Sorte ist es nach 7-14 Tagen soweit – der junge Keimling wagt sich aus der Erde. Zu Beginn trägt er die Samenhülle noch wie ein Krönchen, wirft es aber bald ab und entfaltet sich voll. Ab nun brauchen deine Pflanzen viel Licht, Wärme und weiterhin gute Wasserversorgung, um sich prächtig zu entwickeln. 

Fazit
Ob das Schmökern in Gartenbüchern, das Ordnen von Saatgut oder deine ersten Anzuchtversuche auf der Fensterbank – all das verbindet dich schon jetzt mit dem kommenden Frühling. Dazu wird deine Vorfreude immer größer und dein grüner Daumen ist bereits aufgewärmt. 

Text: @Doris DI Kampas