Kohl und Co: der neue Gartentrend

Kohlgemüse ist aus der verstaubten Ecke zurückgekehrt und ist heute – auch durch seine vielen gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe – beliebter als je zuvor. Im Garten fristeten Kohlgewächse lange Zeit ein stiefmütterliches Dasein und wurden nur angebaut, wenn noch ein Plätzchen frei war. Dadurch ging in den vergangenen Jahrzenten viel Wissen über den Kohlanbau verloren. Dieser Beitrag zeigt dir, worauf es beim Anbau ankommt und wie du eine fulminante Ernte verschiedenster Kohlpflanzen einfährst.
Bevor Tomaten, Zucchini und Co Europa eroberten, zählten Kohl und Kraut zum häufigsten Frischgemüse am Teller. Der Anbau war relativ einfach, zudem gedeihen Kohlpflanzen auch in kühleren Regionen und höheren Lagen. Als Sauerkraut bleibt Kohl lange haltbar und ist eine wunderbare Vitaminversorgung für den Winter. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts waren die Menschen allerdings an abwechslungsreiches Frischgemüse gewöhnt, bedingt durch rege Handelstätigkeiten in der Monarchie. Mit Ende des 1. Weltkriegs kamen diese zum Erliegen, stattdessen wurden Kohl, Kraut und Kohlrüben zum überlebensnotwendigen Lebensmittel. So wurde Kohlgemüse zum „Hungergemüse“ und erfreute sich immer weniger Beliebtheit.

Warum Kohlgemüse heute wieder trendet

Was früher intuitiv bekannt war, weiß man heute durch chemische Analysen der Pflanzeninhaltstoffe. Kohlgemüse gehört zum gesündesten Gemüse überhaupt. Es ist vollgepackt mit Vitaminen, Ballaststoffen und sekundären Pflanzeninhaltsstoffen, die sich positiv auf das Herz-Kreislaufsystem auswirken, Entzündungen im Körper vorbeugen und in manchen Studien sogar als Krebs-Prophylaxe gelten. Fermentiert (z.B. als Sauerkraut oder Kimchi) ist Kohlgemüse reich an Milchsäurebakterien, die das Mikrobiom im Darm anreichern und von dort unser Immunsystem stärken. Und das Wichtigste: richtig zubereitet schmeckt Kohlgemüse hervorragend! Statt in Mehlsauce gedünstet, gibt es heute viel bekömmlichere Gerichte mit Kohlgemüse. Im Trend liegen Smoothies, Coleslaw aus Weiß- oder Rotkraut - solo oder in Burger und Bowls, Grünkohlchips, Rotkohl-Steaks (longevity lässt grüßen), Charred Brokkoli und Kohlsprossen – also im Ofen gegrillt oder Salatkombis mit Nüssen, Edamame und Granatapfel.

Kohlgemüse im Garten und am Balkon anbauen

Frisches Kohlgemüse ist nicht nur unvergleichlich in Geschmack und Inhaltsstoffen, sondern manchmal auch schwer zu kaufen. Kohlsprossen gibt es fast immer aus der Tiefkühltruhe, Brokkoli in Plastik verpackt und zudem recht teuer. Grünkohl bekommst du - wenn überhaupt – nur auf Spezialitätenmärkten.
Es spricht also vieles dafür, Kohlgemüse selbst im Garten oder am Balkon anzubauen. So geht’s:

Beet oder Topf vorbereiten

Versorge das Beet mit Kompost oder einem guten Bio-Dünger. Kohlgemüse gehört zu den Starkzehrern, braucht also im Laufe seiner Entwicklung ausreichend Nährstoffe. Für den Balkon: fülle den Topf oder das Kistchen mit guter, frischer Bio-Erde.

Standort

Kohlgewächse mögen sonnige bis halbschattige Lagen. Da die Sommer immer heißer und trockener werden, fühlen sie sich im Halbschatten mittlerweile wohler. Auch Höhenlagen sind für Kohlgemüse kein Problem. In den gebirgigen, feuchteren Regionen gedeihen sie sogar besser als im trockenen, heißen Osten oder Süden.

Vorziehen oder Aussaat

Kohlgemüse kannst du vorziehen oder direkt säen. Vorgezogenen Jungpflanzen haben einen Wachstumsvorsprung und liefern eine frühere Ernte. Von Mai-Juni direkt gesäte Samen holen den Rückstand allerdings schnell auf, da sie bei höheren Temperaturen rasch wachsen.

Aussaat von April bis Ende Juni: Weiß- und Rotkraut, Grünkohl, Kohlsprossen, Brokkoli, Karfiol, Wirsingkohl

Aussaat von März bis August: Kohlrabi, Stängelkohl

Aussaat Juli-August: Chinakohl

Kohlgemüse säen und pflanzen

Säe die kleinen, schwarzen Samen etwa einen Zentimeter tief aus und bedecke sie mit Erde. Halte ausreichend Abstand zwischen den Samen, später musst die sie noch vereinzeln.

Jungpflanzen setzt du gleich im richtigen Pflanzabstand ein. Kohlgemüse braucht ausreichend Platz, da aus dem kleinen Pflänzchen rasch eine große Pflanze wächst. Die folgende Tabelle zeigt dir den Pflanzabstand je Gemüseart:

Kohlgemüse-Art

Pflanzabstand in cm

Brokkoli

50 x 50

Blumenkohl (Karfiol)

40 x 40

Chinakohl

35 x 35

Grünkohl

40 x 40

Kohlrabi

30 x 30

Kohlsprossen

50 x 50

Rotkraut

40 x 40

Stängelkohl

40 x 40

Weißkraut

40 x 40

Wirsingkohl

50 x 50

Versorge Jungpflanzen direkt beim Anbauen mit etwas Bio-Stardünger, den du einfach ins Pflanzloch gibst.

Laufende Pflege

Vereinzeln: vereinzle direkt gesäte Pflanzen nach 3-4 Wochen auf die oben angegeben Abstände.

Pflanzenschutz: Kohlgemüse steht auf dem Speiseplan zahlreicher Schädlinge, etwa von Kohlweißling, Erdfloh, Rapsglanzkäfer oder weißer Fliege. Einen Strich durch die Rechnung machst du allen Schädlingen, indem du sie vorbeugend mit einem Insektennetz aussperrst. Mehr über Kohlschädlinge und wie du sie in Griff bekommst, liest du im Beitrag Kohl und Co: diese Tierchen haben ihn zum Fressen gern. 

Bewässerung: Kohlgemüse braucht viel und regelmäßig Wasser, um Köpfe oder Rosen auszubilden. Bewässere ihn daher regelmäßig, im heißen Sommer am besten täglich.

Düngen: Kohlgemüse braucht als Starkzehrer viele Nährstoffe, besonders die kopfbildenden Arten. Versorge die Pflanzen in der Hauptvegetationszeit, also zwischen Juni und August alle 2-3 Wochen mit etwas Kompost oder Bio-Dünger.

Kohlarten als Wintergemüse

Die meisten Kohlgemüse sind ausnehmend frostfest. Sie brauchen zwar den Sommer, um zu wachsen, bleiben dann aber im Herbst und Winter im Gemüsebeet, Hochbeet oder Topf stehen. Du erntest das Kohlgemüse erst, wenn du es verwendest.  Besonders frostfeste Arten sind Grünkohl, Wirsingkohl, Rosenkohl, Brokkoli und Stängelkohl. Sie halten sogar -20° C aus. Etwas empfindlicher sind Kohlrabi, Weiß- und Rotkraut, Blumenkohl und Chinakohl. Decke sie im Herbst mit einem Vlies ab und ernte sie, wenn das Thermometer unter -5° C sinkt.

Die beliebtesten Kohlgemüse-Arten

Rotkraut (Rotkohl)

Das altbackene Rotkraut hat sich durch die Hintertüre zum beliebtesten Kohlgemüse gemausert. Statt brav gedünstet – eventuell noch mit Apfel oder Orangen verfeinert – und als Beilage zu Fleisch serviert, glänzt Rotkraut heute auch solo. Zurecht, denn in Rotkraut stecken Anthocyane, ein violett-blauer Farbstoff. Anthocyane schützen die Zellen vor freien Radikalen und sind entzündungshemmend. Zusätzlich liefert Rotkohl reichlich Vitamin C und wertvolle Ballaststoffe für eine gesunder Verdauung. Verwende Rotkohl als Salat, Coleslaw, im Rohr als Steak gedünstet oder als Zutat zu Bowls.

Grünkohl

Anders als der bekannte, kopfförmige Wirsingkohl strebt Grünkohl wie ein kleines Bäumchen in die Höhe. Von einem Hauptstängel entspringen einzelne Zweige, an denen gekrauste Blätter wachsen. Ernte diese nach Bedarf von unten nach oben, dann bildet der Grünkohl stets neue Blätter.

Grünkohl ist DAS Wintergemüse, du erntest ihn zwischen Oktober und Februar. Auch Temperaturen bis zu -20° C können der Pflanze nichts anhaben. Grünkohl stärkt in der kalten Jahreszeit mit seinem hohen Gehalt an Vitamin C, Beta-Carotin, Vitamin K und sekundäre Pflanzenstoffe dein Immunsystem und beugt Entzündungen vor. Verwende Grünkohl roh, z.B. für Smoothies, kurz im Rohr gebraten oder gekocht. Grünkohl ist eines der weniger Gemüse, bei denen sich durchs Kochen der Vitamin C Gehalt erhöht. Eins oben drauf setzt roter Grünkohl, denn er enthält zusätzlich Anthocyane.

Brokkoli

Von Brokkoli verwendest du die geschlossenen Blütenknospen, die am Ende des Sprosses bzw. seiner Verzweigungen wachsen. Zuerst entsteht im Laufe des Sommers eine große Rose, die du am besten mit einem scharfen Messer abschneidest. Danach wachsen in den Seitenachseln des Stängels zahlreiche neue, kleine Knospen – ideal für die Herbst- und Winterernte.

Bei der Ernte von Brokkoli ist etwas Fingerspitzengefühl gefragt: die Blütenknospen müssen noch prall und grün sein. Spätestens, wenn sie angefangen, sich gelblich zu verfärben, solltest du sie ernten. Denn bald springen die Knospen auf und es erscheinen viele kleine gelbe Blüten.

Abgesehen von seinem guten Geschmack, lohnt sich der Verzehr von Brokkoli allemal. Er enthält Sulforaphan und Indol-3-Carbional, beides Substanzen, denen eine vorbeugende Wirkung gegen bestimmte Krebsarten nachgesagt und in verschiedenen Studien belegt wurde.

Kohlsprossen (Rosenkohl)

Bei Kohlsprossen wachsen entlang des Hauptstamms verdickte Seitenknopsen, die auch als Achselknospen oder Rosen bezeichnet werden. Darum auch der Name Rosenkohl. Die kleinen Röschen sehen aus wie ein Mini-Kohl und sind ausnehmend zart im Geschmack. Kohlsprossen überstehen als zweijährige Pflanze jeden noch so kalten Winter problemlos. Versäumst du die Ernte der Röschen, strecken sie sich, bilden Stängel und schließlich Blüten. Allerdings hast du ausreichend Zeit, denn bis Februar bleiben die Kohlsprossen in Winterruhe. Nach Frost sind Kohlsprossen übrigens aromatischer, da sie Zucker, Proteine und andere Pflanzenstoffe als Forstschutzmittel in die Röschen einlagern.

Bei der Ernte von Brokkoli ist etwas Fingerspitzengefühl gefragt: die Blütenknospen müssen noch prall und grün sein. Spätestens, wenn sie angefangen, sich gelblich zu verfärben, solltest du sie ernten. Denn bald springen die Knospen auf und es erscheinen viele kleine gelbe Blüten.

Abgesehen von seinem guten Geschmack, lohnt sich der Verzehr von Brokkoli allemal. Er enthält Sulforaphan und Indol-3-Carbional, beides Substanzen, denen eine vorbeugende Wirkung gegen bestimmte Krebsarten nachgesagt und in verschiedenen Studien belegt wurde.

Weißkraut

Das klassische Weißkraut haben wenige als frisches Gemüse am Schirm. Dabei bietet Kraut bzw. Weißkohl viel Möglichkeiten zur schmackhaften Zubereitung. Von klassischen Gerichten wie Krautsuppe, Krautstrudel und Krautauflauf bis zur modernen Küche mit veganem Krautsteak, Cabbage Rolls oder Krautlasagne ist der Fantasie keine Grenze gesetzt. Kraut vereint wie alle Kohlgemüse viele gesunde Inhaltsstoffe. Besonders wertvoll ist rohes Sauerkraut denn seine Milchsäurebakterien haben eine probiotische Wirkung. Mit wenigen Handgriffen kannst du Sauerkraut sogar selbst herstellen und so viel für deine Darmgesundheit machen. Wichtig: Sauerkraut darf nicht pasteurisiert sein, denn dann gehen die wertvollen Bakterien verloren.

Bei der Ernte von Brokkoli ist etwas Fingerspitzengefühl gefragt: die Blütenknospen müssen noch prall und grün sein. Spätestens, wenn sie angefangen, sich gelblich zu verfärben, solltest du sie ernten. Denn bald springen die Knospen auf und es erscheinen viele kleine gelbe Blüten.

Abgesehen von seinem guten Geschmack, lohnt sich der Verzehr von Brokkoli allemal. Er enthält Sulforaphan und Indol-3-Carbional, beides Substanzen, denen eine vorbeugende Wirkung gegen bestimmte Krebsarten nachgesagt und in verschiedenen Studien belegt wurde.

Chinakohl

Die asiatische Basis für fermentiertes Weißkraut ist der Chinakohl. Dort spricht man nicht von Sauerkraut, sondern von Kimchi. Das Prinzip ist dasselbe, es geht um die Vergärung mit Milchsäurebakterien und die Anreicherung von Probiotika. In Asien ist die Verwendung von Chinakohl sehr vielfältig, z.B. gebraten im Wok, gedünstet in der Suppe oder roh als Salat.

Im Garten wächst Chinakohl, wie auch Wirsingkohl, Weiß- und Rotkraut zuerst als lockere Rosette. Der geschlossene, feste Kopf bildet sich erst nach einigen Wochen.

Bei der Ernte von Brokkoli ist etwas Fingerspitzengefühl gefragt: die Blütenknospen müssen noch prall und grün sein. Spätestens, wenn sie angefangen, sich gelblich zu verfärben, solltest du sie ernten. Denn bald springen die Knospen auf und es erscheinen viele kleine gelbe Blüten.

Abgesehen von seinem guten Geschmack, lohnt sich der Verzehr von Brokkoli allemal. Er enthält Sulforaphan und Indol-3-Carbional, beides Substanzen, denen eine vorbeugende Wirkung gegen bestimmte Krebsarten nachgesagt und in verschiedenen Studien belegt wurde.

Fazit

Kohlgemüse erlebt völlig zurecht ein echtes Comeback: Die vielfältigen Kohlarten überzeugen nicht nur mit wertvollen Inhaltsstoffen und modernen Rezeptideen, sondern auch mit hohen Erträgen im Garten. Wer Kohl anbaut, holt sich robuste, vielseitige und trendige Gemüsepflanzen ins Beet, die Gesundheit, Nachhaltigkeit und Genuss perfekt miteinander verbinden.

                                                                                                                                                                          Doris Kampas