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Samen Maier Blog

Schnee ade – diese Pflanzen dürfen jetzt ins Freie

verfasst von DI Doris Kampas am 15. April 2021
in Gartenjahr, April

Die meisten Pflanzen in unseren Gärten kommen ursprünglich aus verschiedensten Ecken und Enden der Welt. Und weil es an den verschiedensten Ecken der Welt die verschiedensten Klimabedingungen gibt, haben unsere Gartenpflanzen unterschiedliche Ansprüche an den Standort.

Vergiss also im Frühjahrs-Eifer nicht, neben dem Nährstoffbedarf sowie den Boden- und Lichtverhältnissen auch den richtigen Aussaat- oder Pflanzzeitpunkt zu berücksichtigen. Auch wenn du deine Blüten und Früchte nicht mehr erwartest – Eile mit Weile! 

Zu früh gesetzte Pflanzen müssen sehr viel Energie aufwenden, um in für sie ungünstigen Witterungsbedingungen zu überleben. Sie bleiben schwach und fallen leicht diversen Schädlingen und Krankheiten zum Opfer. Selbst wenn sie die anfänglichen Schwierigkeiten überstehen, brauchen sie lange, um sich zu erholen und die sehnsüchtig erwartete Ernte zu bringen. 

Zum richtigen Zeitpunkt gesät oder gesetzt entwickeln sich deine Blumen, Kräuter und Gemüsepflanzen hingegen rasch zu kräftigen Gewächsen, mit denen du mehr Freude als Arbeit hast.

Raschwüchsig und widerstandsfähig – Radieschen sind optimal für den Saisonstart im Frühjahr

Starte mit folgenden Pflanzen in den Frühling

Die gute Nachricht: es gibt viele heimische Pflanzen, die an unser Klima optimal angepasst sind und im jungen Stadium die noch herrschende Kälte – oder sogar leichte Fröste – gut vertragen.

Wenn du dich nach frischen Vitaminen aus dem eigenen Beet sehnst, kannst du bereits ab  Februar/März – sobald der Boden aufgetaut ist – Spinat, verschiedene Pflück- und Kopfsalate, Asia-Salate, Radieschen und Karotten aussäen.

Frisch aus der Erde gezogen – Karotten sind ein leckerer und gesunder Snack

Die Karotte, auch Möhre genannt, gehört zur Familie der Doldenblütler. Hast du eine Karotte noch nie blühen gesehen? Das liegt daran, dass Karotten zweijährige Pflanzen sind und erst im zweiten Jahr blühen und Samen bilden. Sie werden allerdings nur einjährig kultiviert, weil die für uns interessante Pfahlwurzel schon im ersten Jahr entsteht.

Ob gekocht in Suppe, Sauce, mit Wurzelfleisch, roh im Salat oder frisch aus der Erde gezogen als süßer, knackiger Snack für zwischendurch – die Möglichkeiten, wie du Karotten nutzt, sind so vielfältig wie die Sorten, die du anbaust.

Je nach gewünschter Verwendung stehen dir entweder Früh- oder Lagerkarotten zur Verfügung. Willst du möglichst bald zarte, saftige Wurzeln knabbern, so baue am besten eine frühe Sorte (z.B. ̍Nantaise 2̍) an. Säe sie im Frühjahr, sobald der Boden aufgetaut ist. Die Frühkarotten entwickeln sich etwas schneller als Lagerkarotten und du kannst – abhängig von der Witterung – schon ab Juni die ersten, süßen Wurzeln aus der Erde ziehen.

Brauchst du eher einen Vitamin-Vorrat für Winter, dann baue besser Lagerkarotten an. Säe sie erst im späteren Frühling (Mai, Juni) aus. Bis zur Ernte im Oktober haben sie noch genug Zeit, viele wertvolle Inhaltstoffe einzulagern. Gut lagerfähig sind zum Beispiel die Sorten Rote Riesen 2 (orange), Jaune du doubs (gelb) oder Gniff (violett). Lagerkarotten dürfen sogar noch im Winter im Boden bleiben, denn selbst Minusgrade können ihnen nichts abhaben. Aber Achtung: ernte sie nur, wenn der Boden nicht gefroren ist, sonst bricht die Wurzel ab.

Da es deinen Gemüsegerichten nicht an Würze fehlen sollte, säe gleich auch die richtigen Kräuter dazu:

Schnittlauch, Blattpetersilie, Rucola und Gartenkresse sind als erste dran.

Und damit nicht nur der Gaumen, sondern auch das Auge auf seine Kosten kommt, kannst du deinen Garten in neuen Farben aufleuchten lassen. Blumen wie Ringelblume, Jungfer im Grünen oder Echte Kamille sind so widerstandsfähig, dass du sie bereits im März/April aussäen darfst.

So schützt du die Aussaat 

Alle beschriebenen Pflanzen kommen mit unseren Wetterbedingungen gut zurecht. Trotzdem wachsen sie besser und entwickeln sich schneller, wenn du ihnen einen zusätzlichen Schutz bietest. Das kann ein Hochbeet mit Frühbeetaufsatz, ein Frühbeet oder ein einfaches Gartenvlies sein. Vorteil eines Gartenvlieses ist, dass es luft-, licht- und wasserdurchlässig ist. Das heißt, du brauchst dich nicht ums Lüften oder Gießen kümmern, wie es beim Frühbeet der Fall wäre.

Asia- und Pflücksalate wachsen im Frühbeet noch schneller

Das Holz speichert Wärme und das Fenster sorgt für ein opt imales Mikroklima. Vergiss aber nicht aufs Lüften, um Schimmelbildung vorzubeugen!

Abdeckung mit einem Vlies

Bedecke das Beet nach der Aussaat mit dem Vlies und fixiere es mit Erdspießen oder großen Steinen. So stellst du sicher, dass das Vlies auch bei windigem Wetter an Ort und Stelle bleibt. Unter dem Vlies sind deine kleinen Pflänzchen windgeschützt und haben ein für ihr Wachstum optimales feucht-warmes Mikroklima. Zusätzlich schützt das Vlies vor schädlichen Insekten.

Unter einem Vlies fühlen sich die Jungpflanzen wohl

Die Diven unter den Gartenpflanzen

Zahlreiche beliebte Gartenpflanzen haben ihren Weg zu uns aus deutlich wärmeren Gegenden gefunden und sind unsere Kälte nicht gewohnt. So solltest du zum Beispiel das meiste Fruchtgemüse (Zucchini, Paradeiser, Melanzani, Paprika, …) auf keinen Fall vor den Eisheiligen (Mitte Mai) setzen. Die Gefahr der Nachtröste ist noch zu hoch und die Pflanzen könnten Kälteschäden erleiden oder sogar abfrieren.

Ähnlich verhält es mit den mediterranen Kräutern. Die minimale Keimtemperatur, die Basilikum oder Bohnenkraut zum Keimen benötigen, liegt bei 15 °C. Säe sie im Freien also erst im Mai/Juni aus.

Bis dahin brauchst du aber auf keinen Fall untätig zu warten. Ziehe die Samen kälteempfindlicher Pflanzen einfach im Haus vor. Wenn es wärmer wird, haben deine Jungpflanzen einen schönen Vorsprung und du freust dich ein paar Wochen früher über die Ernte oder bunte Blüten. Starte im März mit dem Vorziehen von Fruchtgemüse (Tomaten, Paprika, Melanzani) und Kräutern wie Basilikum, Thymian, Oregano oder Salbei. Bei anderen kälteempfindlichen Gemüsearten, z.B. Zucchini, Kürbis oder Gurken genügt es, wenn du im April mit der Aussaat im Haus oder Gewächshaus beginnst.

Säe bunte Blumen wie Zinnien, Sonnenblumen oder Tagetes ab Ende Februar in Aussaatschalen, damit dein Blumenbeet nach der Auspflanzung möglichst bald in leuchtenden Farben erstrahlt. So unterstützt du nützliche Insekten und hilfst Bienen, Hummeln & Co. ausreichend Nahrung zu finden. Die größte Freude machst du ihnen übrigens mit Wildblumen. Wilde Malve, Kleine Margerite oder Großblütige Königskerze ziehen kleine Besucher aus der ganzen Gegend an.

Fotocredits:
©bio-garten
©adobestock

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